Глава двенадцатая

Zwölftes Kapitel

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Herr Grawunder wundert sich (господин Гравундер удивляется) – Direktor Kilians komische Erzählung (комичный/странный рассказ директора Килианса) – Luises und Lottchens Heiratspläne (свадебные планы Луизы и Лоттхен) – Die Titelseite der “Münchener Illustrierten (титульный лист «Мюнхенского Иллюстрированного»)” – Ein neues Schild an einer alten Tür (новая вывеска на старой двери) – “Auf gute Nachbarschaft, Herr Kapellmeister (за хорошее соседство, господин капельмейстер; der Nachbar – сосед)!” – man kann verlorenes Glück nachholen (можно вернуть/наверстать потерянное/утраченное счастье; verlieren – потерять) – Kinderlachen und ein Kinderlied (детский смех и детская песня; das Lachen; lachen – смеяться; das Lied) – “Und lauter Zwillinge (и сплошные = одни лишь близнецы)!”

Herr Benno Grawunder, ein alter erfahrener Beamter im Standesamt (господин Бенно Гравундер, старый опытный служащий/чиновник в загсе; das Amt – должность; учреждение; der Stand – состояние; das Standesamt – бюро записи актов гражданского состояния, загс) des Ersten Wiener Bezirks (первого венского района/округа; der Bezirk), nimmt eine Trauung vor (занимается регистрацией бракосочетания; etwas vornehmen – заниматься чем-либо, проводить, производить /работу, исследование/; die Trauung – венчание, бракосочетание), die ihn, bei aller Routine (которое его при всей рутине = обычности этой процедуры; die Routine [рутинэ]), ab und zu ein bisschen aus der Fassung bringt (время от времени выводит из равновесия/самообладания; die Fassung – самообладание; fassen – схватить; вмещать). Die Braut ist die geschiedene Frau des Bräutigams (невеста – бывшая: «разведенная» жена жениха). Die beiden einander entsetzlich ähnlichen zehnjährigen Mädchen sind die Kinder des Brautpaars (обе ужасно похожие друг на друга десятилетние девочки – дети жениха с невестой; das Brautpaar – жених и невеста, новобрачные; entsetzen – приводить в ужас).

Herr Benno Grawunder, ein alter erfahrener Beamter im Standesamt des Ersten Wiener Bezirks, nimmt eine Trauung vor, die ihn, bei aller Routine, ab und zu ein bisschen aus der Fassung bringt. Die Braut ist die geschiedene Frau des Bräutigams. Die beiden einander entsetzlich ähnlichen zehnjährigen Mädchen sind die Kinder des Brautpaars.

Der eine Trauzeuge (один свидетель /бракосочетания/; der Zeuge – свидетель), ein Kunstmaler namens Anton Gabele (художник по имени Антон Габеле), hat keinen Schlips um (без галстука: «не имеет галстука вокруг /шеи/»). Dafür hat der andere Zeuge, ein Hofrat Professor Doktor Strobl einen Hund (зато у другого свидетеля, надворного советника профессора доктора Штробля – собака)! Und der Hund hat im Vorzimmer (и этот пес в передней), wo er eigentlich bleiben sollte (где он, собственно, и должен был оставаться), einen solchen Lärm gemacht (наделал столько шума), dass man ihn hereinholen und an der standesamtlichen Trauung teilnehmen lassen musste (что пришлось завести его внутрь = в комнату и позволить принять участие в бракосочетании; teilnehmen – принимать участие; der Teil – часть, доля, удел; nehmen – брать)! Ein Hund als Trauzeuge (собака в качестве свидетеля)! Nein, so was (нет, ну и дела: «такое нечто»)!

Der eine Trauzeuge, ein Kunstmaler namens Anton Gabele, hat keinen Schlips um. Dafür hat der andere Zeuge, ein Hofrat Professor Doktor Strobl, einen Hund! Und der Hund hat im Vorzimmer, wo er eigentlich bleiben sollte, einen solchen Lärm gemacht, dass man ihn hereinholen und an der standesamtlichen Trauung teilnehmen lassen musste! Ein Hund als Trauzeuge! Nein, so was!

Lottchen und Luise sitzen andächtig auf ihren Stühlen (Лоттхен и Луиза сосредоточенно/очень тихо сидят на своих стульях; die Andacht – благоговение; andächtig – исполненный благоговения, набожный; сосредоточенный; der Stuhl) und sind glücklich wie die Schneekönige (и счастливы как «снежные короли» = не помнят себя от радости; der Schneekönig = der Zaunkönig – крапивник /певчая птица, не улетающая в дальние края, поющая зимой/; der Schnee – снег; der Zaun – забор). Und sie sind nicht nur glücklich, sondern auch stolz (и они не только счастливы, но также еще и горды), mächtig stolz (очень горды; mächtig – могущественный; сильно, чрезвычайно; die Macht – мощь; власть)! Denn sie selber sind ja an dem herrlichen, unfassbaren Glück schuld (ведь они сами виновники великолепного, непостижимого счастья: «ведь они сами виноваты в…»; fassen – хватать; понимать, постигать; schuld sein – быть виноватым; die Schuld – вина)! Was wäre denn aus den armen Eltern geworden (что бы стало с бедными родителями), wenn die Kinder nicht gewesen wären, wie (если бы не дети, а: «как»)? Na also (ну так вот/вот так-то)! Und leicht war’s auch nicht gerade gewesen (и это было вовсе не легко), in aller Heimlichkeit (в полной тайне = соблюдая полнейшую тайну; heimlich – тайный) Schicksal zu spielen (играть судьбу = роль судьбы; das Schicksal)! Abenteuer (приключения; das Abenteuer), Tränen, Angst, Lügen (слезы, страх, ложь; die Träne; die Angst; die Lüge; lügen – лгать), Verzweiflung (отчаяние; die Verzweiflung; verzweifeln – отчаиваться), Krankheit (болезнь; die Krankheit; krank – больной), nichts war ihnen erspart geblieben (ничего не удалось избежать = через все пришлось пройти: «ничто им не было оставлено сэкономленным»; sparen – сберегать, экономить; bleiben – оставаться), rein gar nichts («совершенно вовсе ничего»; rein – чистый; абсолютно, совершенно)!

Lottchen und Luise sitzen andächtig auf ihren Stühlen und sind glücklich wie die Schneekönige. Und sie sind nicht nur glücklich, sondern auch stolz, mächtig stolz! Denn sie selber sind ja an dem herrlichen, unfassbaren Glück schuld! Was wäre denn aus den armen Eltern geworden, wenn die Kinder nicht gewesen wären, wie? Na also! Und leicht war’s auch nicht gerade gewesen, in aller Heimlichkeit Schicksal zu spielen! Abenteuer, Tränen, Angst, Lügen, Verzweiflung, Krankheit, nichts war ihnen erspart geblieben, rein gar nichts!

Nach der Zeremonie flüstert Herr Gabele mit Herrn Palfy (после церемонии господин Габеле шепчется с господином Палфи; die Zeremonie). Dabei zwinkern die beiden Künstlernaturen einander geheimnisvoll zu (при этом обе творческие личности таинственно подмигивают друг другу; das Geheimnis – тайна, секрет; der Künstler – художник, артист; die Natur – природа; сущность; натура, характер). Aber warum sie flüstern und zwinkern, weiß außer ihnen niemand (но почему они шепчутся и подмигивают, никто, кроме них, не знает; wissen).

Frau Körner, geschiedene Palfy, verehelichte Palfy (фрау Кернер, разведенная = бывшая Палфи, вступившая в брак Палфи; ehelichen – жениться; ehelich – брачный, супружеский; die Ehe – брак), hat ihren alten und neuen Herrn und Gebieter nur murmeln hören (только и слышит, как ее прежний: «старый» и новый господин и повелитель бормочет; gebieten – повелевать): „Noch zu früh ( еще слишком рано)?“

Nach der Zeremonie flüstert Herr Gabele mit Herrn Palfy. Dabei zwinkern die beiden Künstlernaturen einander geheimnisvoll zu. Aber warum sie flüstern und zwinkern, weiß außer ihnen niemand.

Frau Körner, geschiedene Palfy, verehelichte Palfy, hat ihren alten und neuen Herrn und Gebieter nur murmeln hören: „Noch zu früh?“

Dann fährt er, zu ihr gewandt (затем он, повернувшись к ней; sich wenden – поворачиваться), leichthin fort (продолжает как бы невзначай; fortfahren – продолжать; leichthin – мимоходом, вскользь; leicht – легкий): „Ich hab eine gute Idee (у меня есть хорошая идея)! Weißt du was (ты знаешь что)? Wir fahren zunächst in die Schule und melden Lotte an (мы сначала поедем в школу и запишем: «заявим» Лотту; anmelden – объявлять; заявлять; докладывать)!“

„Lotte? Aber Lotte war doch seit Wochen (но Лотта же уже несколько недель была…) ... Entschuldige, du hast natürlich Recht (прости, ты, конечно, прав; das Recht – право, закон; справедливость, правда)!“

Der Herr Kapellmeister schaut die Frau Kapellmeister zärtlich an (господин капельмейстер нежно смотрит на фрау/госпожу капельмейстер). „Das will ich meinen (конечно: «так я хочу считать»)!“

Dann fährt er, zu ihr gewandt, leichthin fort: „Ich hab eine gute Idee! Weißt du was? Wir fahren zunächst in die Schule und melden Lotte an!“

„Lotte? Aber Lotte war doch seit Wochen ... Entschuldige, du hast natürlich Recht!“

Der Herr Kapellmeister schaut die Frau Kapellmeister zärtlich an. „Das will ich meinen!“

Herr Kilian, der Direktor der Mädchenschule, ist ehrlich verblüfft (господин Килиан, директор школы для девочек, искренне: «честно» сбит с толку; die Ehre – честь), als Kapellmeister Palfy und Frau eine zweite Tochter anmelden (когда капельмейстер Палфи и /его/ жена записывают /свою/ вторую дочь), die der ersten aufs Haar gleicht (которая как две капли воды похожа на первую: «походит до волоска»). Aber er hat als alter Schulmann manches erlebt (однако он, как старый работник школы многое: «некоторое» пережил = имеет большой опыт), was nicht weniger merkwürdig war (что было не менее странным/примечательным; merken – замечать; würdig – достойный), und so gewinnt er schließlich die Fassung wieder (и потому/и так он в итоге снова обретает самообладание = к нему возвращается самообладание; gewinnen – выигрывать; обретать).

Herr Kilian, der Direktor der Mädchenschule, ist ehrlich verblüfft, als Kapellmeister Palfy und Frau eine zweite Tochter anmelden, die der ersten aufs Haar gleicht. Aber er hat als alter Schulmann manches erlebt, was nicht weniger merkwürdig war, und so gewinnt er schließlich die Fassung wieder.

Nachdem die neue Schülerin ordnungsgemäß in ein großes Buch eingetragen worden ist (после того, как новая ученица согласно порядку = по всем правилам была внесена = записана в большую книгу; eintragen; die Ordnung – порядок; gemäß – соответственно, согласно), lehnt er sich gemütlich im Schreibtischsessel zurück und sagt (он удобно откидывается /на спинку/ кресла у письменного стола и говорит; der Schreibtisch – письменный стол; der Sessel – кресло; sich zurücklehnen; sich lehnen – прислоняться; опираться; zurück – назад): „Als jungem Hilfslehrer ist mir einmal etwas passiert (когда я был молодым учителем-ассистентом, был со мной такой случай; helfen – помогать; die Hilfe – помощь; passieren – происходить, случаться), das muss ich Ihnen und den beiden Mäderln erzählen (о котором: «который» я должен рассказать вам и обеим девочкам)! Da kam zu Ostern ein neuer Bub in meine Klasse (на Пасху в мой класс пришел новый мальчик; der Bube). Ein Bub aus ärmlichen Verhältnissen (мальчик из бедной семьи; arm – бедный; ärmlich – скудный, стесненный; das Verhältnis – соотношение, отношение; die Verhältnisse – условия, обстановка, обстоятельства; sich verhalten zu etwas – относиться к чему-либо как-либо; sich verhalten mit etwas – обстоять /о делах, событиях/), aber blitzsauber (но очень чистенький; der Blitz – молния; sauber – чистый) und, wie ich bald merkte (и, как я скоро заметил), sehr ums Lernen bemüht (очень старательный по отношению к учебе; die Mühe – усилие, труд; sich um etwas bemühen – стараться /в отношении чего-либо/, старательно добиваться чего-либо; lernen – учиться; das Lernen – учеба). Er kam gut voran (он хорошо успевал: «продвиался вперед»). Im Rechnen war er sogar in kurzer Zeit der Beste von allen (по математике он даже за короткое время стал: «был» самым лучшим из всех; rechnen – считать, вычислять; das Rechnen – арифметика).

Nachdem die neue Schülerin ordnungsgemäß in ein großes Buch eingetragen worden ist, lehnt er sich gemütlich im Schreibtischsessel zurück und sagt: „Als jungem Hilfslehrer ist mir einmal etwas passiert, das muss ich Ihnen und den beiden Mäderln erzählen! Da kam zu Ostern ein neuer Bub in meine Klasse. Ein Bub aus ärmlichen Verhältnissen, aber blitzsauber und, wie ich bald merkte, sehr ums Lernen bemüht. Er kam gut voran. Im Rechnen war er sogar in kurzer Zeit der Beste von allen.

Das heißt: nicht immer (то есть: «это значит» = но: не все время)! Erst dachte ich bei mir (вначале я рассуждал/думал про себя; denken – думать): ‘Wer weiß, woran’s liegen mag (кто знает, в чем тут дело/от чего это может зависеть: «при чем это может лежать»)!’ Dann dachte ich (затем я подумал): ‘Das ist doch seltsam (и все же это странно)! Manchmal rechnet er wie am Schnürchen (иногда он считает как по маслу: «как по шнурочку»; die Schnur – шнур, шнурок; das Schnürchen – шнурочек) und macht keinen einzigen Fehler (и не делает ни единой ошибки; der Fehler), andere Male geht es viel langsamer bei ihm (а в другие разы у него это происходит/получается: «идет» намного медленнее), und Schnitzer macht er außerdem (и кроме того = к тому же он делает промахи; der Schnitzer – промах, ошибка; schnitzen – вырезать /по дереву/)!’“

Das heißt: nicht immer! Erst dachte ich bei mir: ‘Wer weiß, woran’s liegen mag!’ Dann dachte ich: ‘Das ist doch seltsam! Manchmal rechnet er wie am Schnürchen und macht keinen einzigen Fehler, andere Male geht es viel langsamer bei ihm, und Schnitzer macht er außerdem!’“

Der Herr Schuldirektor macht eine Kunstpause (господин школьный директор выдерживает паузу: «делает искусственную паузу») und zwinkert Luise und Lotte wohlwollend zu (и доброжелательно подмигивает Луизе и Лотте; das Wohl – благополучие, благо; wohl – хорошо; wollen – хотеть, желать). „Endlich verfiel ich auf eine seltsame Methode (наконец я додумался до одного странного/необычного метода; auf etwas verfallen – напасть на /какую-либо мысль, идею/; die Methode). Ich merkte mir in einem Notizbücherl an (я помечал себе в записной книжечке; die Notiz – запись, пометка; anmerken – отмечать, замечать, помечать; merken – замечать; понимать; обращать внимание), wann der Bub gut und wann er miserabel gerechnet hatte (когда мальчик считал хорошо и когда скверно/никудышно; miserabel – жалкий, никудышный). Und da stellte sich ja nun etwas ganz Verrücktes heraus (и вот тут-то и выяснилось нечто совершенно необычное: «сумасшедшее»; sich herausstellen – выясниться, verrückt – сдвинутый /с места/; сумасшедший; rücken – двигать). Montags, mittwochs und freitags rechnete er gut (по понедельникам, средам и пятницам он считал хорошо), – dienstags, donnerstags und samstags rechnete er schlecht (по вторникам, четвергам и субботам он считал плохо).“

„Nein so was (ну и ну: «нет такое что»)!“ sagt Herr Palfy. Und die zwei kleinen Mädchen rutschten neugierig auf den Stühlen (а две маленькие девочки заерзали на стульях от любопытства; rutschen – скользить, соскальзывать; neugierig – любопытный; die Neugier – любопытство: «жадность до нового»).

Der Herr Schuldirektor macht eine Kunstpause und zwinkert Luise und Lotte wohlwollend zu. „Endlich verfiel ich auf eine seltsame Methode. Ich merkte mir in einem Notizbücherl an, wann der Bub gut und wann er miserabel gerechnet hatte. Und da stellte sich ja nun etwas ganz Verrücktes heraus. Montags, mittwochs und freitags rechnete er gut, – dienstags, donnerstags und samstags rechnete er schlecht.“

„Nein so was!" sagt Herr Palfy. Und die zwei kleinen Mädchen rutschten neugierig auf den Stühlen.

„Sechs Wochen sah ich mir das an (я наблюдал за этим: «смотрел мне это» шесть недель; sich etwas ansehen – смотреть что-либо/на что-либо)“, fährt der alte Herr fort (продолжает старый господин; fortfahren). „Es änderte sich nie (это никогда не менялось)! Montags, mittwochs, freitags – gut! Dienstags, donnerstags, samstags – schlecht! Eines schönen Abends begab ich mich in die Wohnung der Eltern (одним прекрасным вечером я отправился в квартиру родителей; sich begeben) und teilte ihnen meine rätselhafte Beobachtung mit (и сообщил им о своем загадочном наблюдении; mitteilen; das Rätsel – загадка; beobachten – наблюдать). Sie schauten einander halb verlegen (они посмотрели друг на друга наполовину смущенно), halb belustigt an (наполовину весело: «развеселенно/позабавленно»; belustigen – веселить, забавлять), und dann meinte der Mann (и затем мужчина сказал): ‘Mit dem, was der Herr Lehrer bemerkt hat, hat’s schon seine Richtigkeit (то: «с тем», что господин учитель заметил, в общем-то справедливо: «имеет уже свою правильность/верность»; richtig – правильный, верный)!’ Dann pfiff er auf zwei Fingern (затем он свистнул /при помощи/ двух пальцев; pfeifen; der Finger). Und schon kamen aus dem Nebenzimmer zwei Jungen herübergesprungen (и тут из соседней комнаты выскочили: «прибыли, прыгнув сюда» два мальчика; springen – прыгать).

Sechs Wochen sah ich mir das an“, fährt der alte Herr fort. „Es änderte sich nie! Montags, mittwochs, freitags – gut! Dienstags, donnerstags, samstags – schlecht! Eines schönen Abends begab ich mich in die Wohnung der Eltern und teilte ihnen meine rätselhafte Beobachtung mit. Sie schauten einander halb verlegen, halb belustigt an, und dann meinte der Mann: ‘Mit dem, was der Herr Lehrer bemerkt hat, hat’s schon seine Richtigkeit!’ Dann pfiff er auf zwei Fingern. Und schon kamen aus dem Nebenzimmer zwei Jungen herübergesprungen.

Zwei, gleich groß (два, одинакового роста: «одинаково большие») und auch sonst vollkommen ähnlich (и также в остальном совершенно/абсолютно похожие; sonst – иначе; кроме /этого/)! ‘Es sind Zwillinge’, meinte die Frau (это близнецы, – сказала женщина). ‘Der Sepp ist der gute Rechner (Зепп – хороший математик), der Toni ist – der andere (/а/ Тони … другой)!’ Nachdem ich mich einigermaßen erholt hatte (после того, как я немного: «в некоторой мере» оправился/пришел в себя; sich erholen – прийти в себя; отдохнуть), fragte ich (я спросил): ‘Ja, liebe Leute, warum schickt ihr denn nicht alle beide in die Schule (да, люди добрые, почему же вы не отправляете в школу их обоих)?’ Und der Vater gab mir zur Antwort (и отец мне ответил: «дал мне к ответу»): ‘Wir sind arm, Herr Lehrer (мы бедны, господин учитель). Die zwei Buben haben zusammen nur einen guten Anzug (оба мальчика имеют только один хороший костюм на двоих; zusammen – вместе; der Anzug – костюм; anziehen – надевать)!’“

Zwei, gleich groß und auch sonst vollkommen ähnlich! ‘Es sind Zwillinge’, meinte die Frau. ‘Der Sepp ist der gute Rechner, der Toni ist – der andere!’ Nachdem ich mich einigermaßen erholt hatte, fragte ich: ‘Ja, liebe Leute, warum schickt ihr denn nicht alle beide in die Schule?’ Und der Vater gab mir zur Antwort: ‘Wir sind arm, Herr Lehrer. Die zwei Buben haben zusammen nur einen guten Anzug!’ “

Das Ehepaar Palfy lacht (чета Палфи смеется). Herr Kilian schmunzelt (господин Килиан ухмыляется/усмехается). Das Luiserl ruft (Луизочка восклицает):

„Das ist eine Idee (да это идея)! Das machen wir auch (мы тоже так сделаем)!“

Herr Kilian droht mit dem Finger (господин Килиан грозит пальцем). „Untersteht euch (не смейте/посмейте только; sich unterstehen /etwas zu tun/ – осмеливаться, иметь наглость /что-либо сделать/; untersteh dich! – не смей!)! Fräulein Gstettner und Fräulein Bruckbaur werden ohnedies Mühe genug haben (фройляйн Гштеттнер и фройляйн Брукбаур и без того будет достаточно труда/заботы), euch immer richtig auseinanderzuhalten (вас все время правильно отличать друг от друга; auseinander – друг от друга; halten – держать)!“

„Vor allem (прежде всего/в первую очередь)“, meint Luise begeistert (говорит воодушевленно Луиза; der Geist – дух), „wenn wir uns ganz gleich frisieren (если мы сделаем совершенно одинаковые прически; frisieren – причесывать, делать прическу) und die Sitzplätze tauschen (и поменяемся местами; sitzen – сидеть; der Platz – место)!“

Das Ehepaar Palfy lacht. Herr Kilian schmunzelt. Das Luiserl ruft:

„Das ist eine Idee! Das machen wir auch!“

Herr Kilian droht mit dem Finger. „Untersteht euch! Fräulein Gstettner und Fräulein Bruckbaur werden ohnedies Mühe genug haben, euch immer richtig auseinanderzuhalten!“

„Vor allem“, meint Luise begeistert, „wenn wir uns ganz gleich frisieren und die Sitzplätze tauschen!“

Der Herr Direktor schlägt die Hände überm Kopf zusammen (господин директор всплескивает руками; zusammenschlagen – ударять друг о друга; schlagen – бить, ударять; der Kopf – голова; die Hände überm Kopf zusammenschlagen – всплеснуть руками) und tut überhaupt (и вообще делает /вид/; tun – делать), als sei er der Verzweiflung nahe (как будто он близок к отчаянию). „Entsetzlich (ужасно)!“ sagt er. „Und wie soll das erst einmal später werden (и что же будет потом: «как должно это лишь однажды позже стать»; erst – прежде, сперва; только, лишь), wenn ihr junge Damen seid und euch jemand heiraten will (когда вы станете юными дамами и захотите за кого-нибудь выйти замуж)?“

Der Herr Direktor schlägt die Hände überm Kopf zusammen und tut überhaupt, als sei er der Verzweiflung nahe. „Entsetzlich!“ sagt er. „Und wie soll das erst einmal später werden, wenn ihr junge Damen seid und euch jemand heiraten will?“

„Weil wir gleich aussehen (потому как мы выглядим одинаковыми)“, meint Lottchen nachdenklich (говорит задумчиво Лоттхен; über etwas nachdenken – размышлять о чем-либо), „gefallen wir sicher einem und demselben Mann (мы точно понравимся одному и тому же мужчине)!“

„Und uns gefällt bestimmt auch nur derselbe (и нам непременно понравится один и тот же; bestimmt – определенный; непременно)!“ ruft Luise (восклицает Луиза). „Dann heiraten wir ihn ganz einfach beide (тогда мы просто обе выйдем за него замуж)! Das ist das Beste (это лучше всего). Montags, mittwochs und freitags bin ich seine Frau (по понедельникам, средам и пятницам я буду его женой)! Und dienstags, donnerstags und samstags ist Lottchen an der Reihe (а по вторникам, четвергам и субботам – очередь Луизы; die Reihe – ряд; очередь)!“

„Weil wir gleich aussehen“, meint Lottchen nachdenklich, „gefallen wir sicher einem und demselben Mann!“

„Und uns gefällt bestimmt auch nur derselbe!“ ruft Luise. „Dann heiraten wir ihn ganz einfach beide! Das ist das Beste. Montags, mittwochs und freitags bin ich seine Frau! Und dienstags, donnerstags und samstags ist Lottchen an der Reihe!“

„Und wenn er euch nicht zufällig einmal rechnen lässt (и если он однажды не даст вам случайно /что-нибудь/ посчитать; zufällig – случайный; der Zufall – случай, случайность), wird er überhaupt nicht merken (то он вообще не заметит), dass er zwei Frauen hat (что у него две жены)“, sagt der Herr Kapellmeister lachend (говорит господин капельмейстер со смехом/смеясь).

Der Herr Direktor Kilian erhebt sich (господин директор Килиан поднимается). „Der Ärmste (бедняжка: «беднейший»; arm – бедный)!“ meint er mitleidig (сочувственно говорит он; das Leid – страдание; das Mitleid – сострадание; leiden – страдать).

Frau Palfy lächelt (фрау Палфи улыбается). „Ein Gutes hat die Einteilung aber doch (в этом распределении/разделении есть все же что-то хорошее = положительный момент; die Einteilung – разделение, распределение; einteilen – разделять; распределять; der Teil – часть)! Sonntags hat er frei (по воскресеньям у него выходной; frei – свободный; frei haben – иметь выходной: «иметь свободно»: ich habe morgen frei – у меня завтра выходной)!“

„Und wenn er euch nicht zufällig einmal rechnen lässt, wird er überhaupt nicht merken, dass er zwei Frauen hat“, sagt der Herr Kapellmeister lachend.

Der Herr Direktor Kilian erhebt sich. „Der Ärmste!" meint er mitleidig.

Frau Palfy lächelt. „Ein Gutes hat die Einteilung aber doch! Sonntags hat er frei!“

Als das neugebackene (когда новоиспеченная; backen – печь, выпекать), genauer, das wieder aufgebackene Ehepaar mit den Zwillingen über den Schulhof geht (точнее, заново испеченная чета супругов с близнецами идет через школьный двор), ist gerade Frühstückspause (/в это время/ как раз перерыв для завтрака; das Frühstück; die Pause). Hunderte kleiner Mädchen drängen sich und werden gedrängt (сотни маленьких девочек теснят и теснимы = толпятся/толкаются). Luise und Lotte werden ungläubig bestaunt (на Луизу и Лотту невероятно удивленно глазеют: «Луиза и Лотта становятся невероятно с удивлением осматриваемы»; staunen – удивляться, поражаться; etwas, jemanden bestaunen – смотреть с удивлением на что-либо, кого-либо, дивиться чем-либо, кому-либо).

Als das neugebackene, genauer, das wieder aufgebackene Ehepaar mit den Zwillingen über den Schulhof geht, ist gerade Frühstückspause. Hunderte kleiner Mädchen drängen sich und werden gedrängt. Luise und Lotte werden ungläubig bestaunt.

Endlich gelingt es Trude (наконец Труде удается), sich bis zu den Zwillingen durchzuboxen (пробиться к близнецам; durch – сквозь; boxen – боксировать). Schwer atmend blickt sie von einer zur anderen (тяжело дыша, она смотрит то на одну, то на другую: «от одной к другой»). „Nanu (ну и ну)!“ sagt sie erst einmal (наконец говорит она). Dann wendet sie sich gekränkt an Luise (затем она обиженно обращается к Луизе): „Erst verbietest du mir (сначала ты запрещаешь мне), hier in der Schule drüber zu reden (здесь в школе говорить об этом), und nun kommt ihr so einfach daher (а теперь вы так просто заявляетесь)?“

Ich hab’s dir verboten“, berichtigt Lotte (/это/ я запретила тебе, – поправляет Лотта).

„Jetzt kannst du’s ruhig allen erzählen (теперь ты можешь спокойно всем об этом рассказывать)“, erklärt Luise huldvoll (милостиво объясняет Луиза; die Huld – милость, благосклонность). „Von morgen an kommen wir nämlich beide (так как с завтрашнего дня мы придем обе; nämlich – именно; дело в том, что)!“

Endlich gelingt es Trude, sich bis zu den Zwillingen durchzuboxen. Schwer atmend blickt sie von einer zur anderen. „Nanu!“ sagt sie erst einmal. Dann wendet sie sich gekränkt an Luise: „Erst verbietest du mir, hier in der Schule drüber zu reden, und nun kommt ihr so einfach daher?“

Ich hab’s dir verboten“, berichtigt Lotte.

„Jetzt kannst du’s ruhig allen erzählen“, erklärt Luise huldvoll. „Von morgen an kommen wir nämlich beide!“

Dann schiebt sich Herr Palfy wie ein Eisbrecher durch die Menge (затем господин Палфи, словно ледокол, протискивается через толпу; die Menge – количество; толпа; schieben – двигать, толкать; das Eis – лед; brechen – ломать, разбивать) und lotst seine Familie durchs Schultor (и, словно лоцман, проводит свою семью через школьные ворота; der Lotse – лоцман; lotsen – /мор./ проводить). Trude wird inzwischen das Opfer der allgemeinen Neugierde (Труда становится между тем жертвой всеобщего любопытства). Man bugsiert sie auf den Ast einer Eberesche (ее усаживают: «затаскивают на буксире» на ветку рябины; bugsieren – буксировать, брать на буксир). Von hier oben aus teilt sie der lauschenden Mädchenmenge alles mit, was sie weiß (отсюда сверху она сообщает слушающей толпе девочек все, что она знает; mitteilen – сообщать, докладывать; lauschen – прислушиваться).

Dann schiebt sich Herr Palfy wie ein Eisbrecher durch die Menge und lotst seine Familie durchs Schultor. Trude wird inzwischen das Opfer der allgemeinen Neugierde. Man bugsiert sie auf den Ast einer Eberesche. Von hier oben aus teilt sie der lauschenden Mädchenmenge alles mit, was sie weiß.

Es läutet (звенит звонок). Die Pause ist zu Ende (перемена закончилась; zu Ende sein – оканчиваться: «быть к концу»). So sollte man wenigstens denken (так, по крайней мере, можно было бы подумать).

Die Lehrerinnen betreten die Klassenzimmer (учительницы заходят в классы; der Lehrer – учитель; die Lehrerin – учительница). Die Klassenzimmer sind leer (классы пусты). Die Lehrerinnen treten an die Fenster (учительницы подходят к окнам; das Fenster) und starren empört auf den Schulhof hinunter (и возмущенно таращатся вниз на школьный двор; starren – пристально смотреть, таращиться; hinunter – вниз: «туда-вниз»).

Der Schulhof ist überfüllt (школьный двор переполнен; überfüllen – переполнять; füllen – наполнять). Die Lehrerinnen dringen ins Zimmer des Direktors (учительницы /толпой/ направляются в кабинет директора; dringen – проникать, пробиваться), um im Chor Beschwerde zu führen (чтобы хором пожаловаться; die Beschwerde – жалоба; sich über etwas beschweren – жаловаться на что-либо; der Chor [кор]; führen – вести).

Es läutet. Die Pause ist zu Ende. So sollte man wenigstens denken.

Die Lehrerinnen betreten die Klassenzimmer. Die Klassenzimmer sind leer. Die Lehrerinnen treten an die Fenster und starren empört auf den Schulhof hinunter.

Der Schulhof ist überfüllt. Die Lehrerinnen dringen ins Zimmer des Direktors, um im Chor Beschwerde zu führen.

„Nehmen Sie Platz (присаживайтесь: «берите место»), meine Damen!“ sagt er. „Der Schuldiener (служащий школы; dienen – служить; der Diener – слуга) hat mir soeben die neue Nummer der Münchner Illustrierten gebracht (только что принес мне новый номер Мюнхенского Иллюстрированного журнала; bringen). Die Titelseite ist für unsere Schule recht interessant (титульный лист весьма интересен для нашей школы; der Titel – заглавие; die Seite – страница). Darf ich bitten (могу я /вас/ попросить), Fräulein Bruckbaur?“ Er reicht ihr die Zeitschrift (он протягивает ей журнал).

Und nun vergessen auch die Lehrerinnen (и теперь уже и учительницы забывают), genau wie im Schulhof die kleinen Mädchen (так же, как маленькие девочки на школьном дворе), dass die Pause längst vorüber ist (что перемена давно закончилась; vorüber sein – пройти, миновать, закончиться; vorüber – мимо).

„Nehmen Sie Platz, meine Damen!“ sagt er. „Der Schuldiener hat mir soeben die neue Nummer der Münchner Illustrierten gebracht. Die Titelseite ist für unsere Schule recht interessant. Darf ich bitten, Fräulein Bruckbaur?“ Er reicht ihr die Zeitschrift.

Und nun vergessen auch die Lehrerinnen, genau wie im Schulhof die kleinen Mädchen, dass die Pause längst vorüber ist.

Fräulein Irene Gerlach steht, elegant wie immer (фройляйн Ирена Герлах стоит, как всегда элегантная), in der Nähe der Oper (вблизи оперного театра) und starrt betroffen auf das Titelblatt der Münchner Illustrierten (и растерянно таращится на титульный лист Мюнхенского Иллюстрированного журнала; starren – пристально смотреть, уставиться, таращиться; starr – неподвижный, оцепеневший; das Blatt – лист), wo zwei kleine bezopfte Mädchen abgebildet sind (где изображены две маленькие девочки с косичками; der Zopf – коса). Als sie hochblickt (когда она поднимает глаза; hoch – высоко; blicken – глянуть, бросить взгляд), starrt sie noch mehr (то таращится еще больше). Denn an der Verkehrskreuzung hält ein Taxi (так как у перекрестка останавливается такси; der Verkehr – движение транспорта; die Kreuzung – скрещивание; перекресток; kreuzen – скрещивать, перекрещивать; das Kreuz – крест), und in dem Taxi sitzen zwei kleine Mädchen mit einem Herrn (а в такси сидят две маленькие девочки с господином), den sie gut gekannt hat (с которым она была хорошо знакома: «которого она хорошо знала»; kennen), und einer Dame, die sie nie kennen lernen möchte (и с дамой, с которой она никогда /в жизни/ не хотела бы познакомиться)!

Fräulein Irene Gerlach steht, elegant wie immer, in der Nähe der Oper und starrt betroffen auf das Titelblatt der Münchner Illustrierten, wo zwei kleine bezopfte Mädchen abgebildet sind. Als sie hochblickt, starrt sie noch mehr. Denn an der Verkehrskreuzung hält ein Taxi, und in dem Taxi sitzen zwei kleine Mädchen mit einem Herrn, den sie gut gekannt hat, und einer Dame, die sie nie kennen lernen möchte!

Lotte zwickt die Schwester (Лотта щипает сестру). „Du, dort drüben (смотри, вон там; dort – там; drüben – по ту сторону, на той стороне, там)!“

„Aua! Was denn (ай! что же = что там такое)?“

Lotte flüstert, dass es kaum zu hören ist (Лотта шепчет /так/, что это едва можно услышать): „Fräulein Gerlach!“

„Wo (где)?“

„Rechts (справа)! Die mit dem großen Hut (та, что в большой шляпе; der Hut)! Und mit der Zeitung in der Hand (и с газетой в руке)!“ Luise schielt zu der eleganten Dame hinüber (Луиза косится в сторону элегантной дамы; hinüber – через, на ту сторону: «туда-через»). Am liebsten möchte sie ihr triumphierend die Zunge herausstrecken (/хотя/ охотнее всего она хотела бы триумфально показать: «высунуть» ей язык; hinaus – наружу: «сюда-из»; strecken – вытягивать, высовывать).

„Was habt ihr denn, ihr zwei (что у вас там, вы двое)?“

Verflixt (проклятье: «проклято»), nun hat die Mutti wohl doch etwas gemerkt (а что если мама все же что-то заметила; nun – теперь; wohl – пожалуй; doch – же, ведь)?

Lotte zwickt die Schwester. „Du, dort drüben!“

„Aua! Was denn?“

Lotte flüstert, dass es kaum zu hören ist: „Fräulein Gerlach!“

„Wo?“

„Rechts! Die mit dem großen Hut! Und mit der Zeitung in der Hand!“ Luise schielt zu der eleganten Dame hinüber. Am liebsten möchte sie ihr triumphierend die Zunge herausstrecken.

„Was habt ihr denn, ihr zwei?“

Verflixt, nun hat die Mutti wohl doch etwas gemerkt?

Da beugt sich, zum Glück, aus dem Auto, das neben dem Taxi wartet, eine vornehme alte Dame herüber (тут, к счастью, из машины, которая ожидает рядом с такси, высовывается: «склоняется/наклоняется» благородная старая дама; herüberbeigen; herüber – через, на эту сторону: «сюда-через»; beugen – сгибать). Sie hält der Mutti eine illustrierte Zeitung hin und sagt lächelnd (она протягивает маме иллюстрированный журнал и говорит, улыбаясь; hinhalten): „Darf ich Ihnen ein passendes Präsent machen (могу я сделать вам подобающий: «подходящий» презент; das Präsént – подарок, преподношение; презент)?“

Frau Palfy nimmt die Illustrierte (фрау Палфи берет журнал; nehmen), sieht das Titelbild (смотрит на титульный лист), dankt lächelnd und gibt die Zeitung ihrem Mann (благодарит, улыбаясь, и дает его /журнал/ своему мужу; die Zeitung – газета).

Die Autos setzen sich in Bewegung (машины трогаются с места: «приходят в движение»; die Bewegung; sich bewegen – двигаться). Die alte Dame nickt zum Abschied (старая дама кивает на прощание; der Abschied).

Da beugt sich, zum Glück, aus dem Auto, das neben dem Taxi wartet, eine vornehme alte Dame herüber. Sie hält der Mutti eine illustrierte Zeitung hin und sagt lächelnd: „Darf ich Ihnen ein passendes Präsent machen?“

Frau Palfy nimmt die Illustrierte, sieht das Titelbild, dankt lächelnd und gibt die Zeitung ihrem Mann.

Die Autos setzen sich in Bewegung. Die alte Dame nickt zum Abschied.

Die Kinder klettern neben Vati auf den Wagensitz und bestaunen das Titelbild (дети залезают на сиденье рядом с отцом и с удивлением разглядывают титульный лист; klettern – лазать, лезть, взбираться, карабкаться).

„Dieser Herr Eipeldauer!“ sagt Luise (этот господин Айпельдауер! – говорит Луиза). „Uns so hineinzulegen (так нас одурачить: «вложить/положить внутрь» = hereinlegen)!“

„Wir dachten doch, wir hätten alle Fotos zerrissen (мы ведь думали, что разорвали/порвали все фотографии; zerreißen – разорвать; reißen – рвать)!“ meint Lotte.

„Er hat ja die Platten (у него ведь есть диапозитивы; die Platte – пластина)!“ erklärt die Mutti (объясняет мама). „Da kann er noch Hunderte von Bildern abziehen (так он может сделать/отпечатать с них еще сотни /таких/ фотографий; abziehen – снимать; отпечатывать; ziehen – тянуть, тащить; das Bild – картина; снимок)!“

Die Kinder klettern neben Vati auf den Wagensitz und bestaunen das Titelbild.

„Dieser Herr Eipeldauer!" sagt Luise. „Uns so hineinzulegen!“

„Wir dachten doch, wir hätten alle Fotos zerrissen!“ meint Lotte.

„Er hat ja die Platten!“ erklärt die Mutti. „Da kann er noch Hunderte von Bildern abziehen!“

„Wie gut, dass er euch angeschmiert hat (как хорошо, что он вас надул: «намазал»; schmieren – смазывать)“, stellt der Vater fest (констатирует/утверждает папа; feststellen). „Ohne ihn wäre Mutti nicht hinter euer Geheimnis gekommen (без него мама не проникла бы в вашу тайну: «за вашу тайну»; das Geheimnis; geheim – тайный, секретный). Und ohne ihn wäre heute keine Hochzeit gewesen (и без него сегодня не было бы свадьбы).“

Luise dreht sich plötzlich um und schaut zur Oper zurück (вдруг Лотта поворачивается/оборачивается и смотрит назад в сторону оперы). Aber von Fräulein Gerlach ist weit und breit nichts mehr zu sehen (но фройляйн Герлах нигде: «далеко и широко» больше не видно).

Lotte sagt zur Mutti (Лотта говорит маме): „Wir werden dem Herrn Eipeldauer einen Brief schreiben und uns bei ihm bedanken (мы напишем господину Айпельдауэру письмо и выразим ему нашу благодарность/поблагодарим его; sich bei jemandem bedanken – выразить кому-либо свою благодарность)!“

„Wie gut, dass er euch angeschmiert hat“, stellt der Vater fest. „Ohne ihn wäre Mutti nicht hinter euer Geheimnis gekommen. Und ohne ihn wäre heute keine Hochzeit gewesen.“

Luise dreht sich plötzlich um und schaut zur Oper zurück. Aber von Fräulein Gerlach ist weit und breit nichts mehr zu sehen.

Lotte sagt zur Mutti: „Wir werden dem Herrn Eipeldauer einen Brief schreiben und uns bei ihm bedanken!“

Das “aufgebackene” Ehepaar klettert in der Rotenturmstraße mit den Zwillingen die Stiegen hinauf (на улице Ротентурм новоиспеченная чета супругов взбирается/поднимается вместе с близнецами вверх по лестнице; die Stiege; hinaufklettern; klettern – лезть, взбираться). In der offenen Tür wartet schon die Resi in ihrem sonntäglichen Trachtenstaat (у открытой двери их уже ожидает Рези в своем воскресном наряде; die Tracht – костюм, одежда; der Staat – государство; наряд), grinst über das ganze breite Bäuerinnengesicht (ухмыляется/широко улыбается во все /свое/ широкое крестьянское лицо; der Bauer – крестьянин; die Bäuerin – крестьянка) und überreicht der jungen Frau einen großmächtigen Blumenstrauß (и протягивает молодой женщине огромный букет).

Das “aufgebackene” Ehepaar klettert in der Rotenturmstraße mit den Zwillingen die Stiegen hinauf. In der offenen Tür wartet schon die Resi in ihrem sonntäglichen Trachtenstaat, grinst über das ganze breite Bäuerinnengesicht und überreicht der jungen Frau einen großmächtigen Blumenstrauß.

„Ich dank Ihnen schön, Resi (большое/огромное вам спасибо: «я благодарю вас красиво = весьма», Рези)“, sagt die junge Frau. „Und ich freu mich, dass Sie bei uns bleiben wollen (и я рада, что вы хотите остаться у нас/с нами; sich freuen – радоваться)!“

Resi nickt wie eine Puppe aus dem Kasperltheater (Рези кивает, как кукла из кукольного театра; Kasperl /южно-нем./ = Kasper – петрушка /от имени одного из волхвов – Каспар – в средние века персонажа религиозных представлений о трех волхвах/; das Theater), so energisch und so ruckartig (так же энергично и так же порывисто; der Ruck – толчок, резкое движение, рывок; die Art – вид). Dann stottert sie (затем она говорит, заикаясь/лепеча; stottern – заикаться; лепетать): „Ich hätte ja auf den Hof z’rucksollen (мне ведь надо было бы вернуться на /крестьянский/ двор). Zum Herrn Vater (к господину отцу). Aber ich hab doch das Fräul’n Lottchen so arg gern (но я все-таки так ужасно люблю фройляйн Лоттхен; arg – дурной, злой, плохой; сильно /разг./; gern – охотно, с удовольствием; etwas gern haben – любить что-либо)!“

Der Herr Kapellmeister lacht (господин капельмейстер смеется): „Zu uns drei anderen sind S’ nicht eben höflich (к нам троим остальным вы не особенно вежливы; eben – как раз; именно; ведь), Resi!“

Resi zuckt ratlos mit den Schultern (Рези беспомощно/растерянно пожимает плечами; der Rat – совет; zucken – вздрагивать; трепетать; die Schulter).

„Ich dank Ihnen schön, Resi“, sagt die junge Frau. „Und ich freu mich, dass Sie bei uns bleiben wollen!“

Resi nickt wie eine Puppe aus dem Kasperltheater, so energisch und so ruckartig. Dann stottert sie: „Ich hätte ja auf den Hof z’rucksollen. Zum Herrn Vater. Aber ich hab doch das Fräul’n Lottchen so arg gern!“

Der Herr Kapellmeister lacht: „Zu uns drei anderen sind S’ nicht eben höflich, Resi!“

Resi zuckt ratlos mit den Schultern.

Frau Palfy greift rettend ein (фрау Палфи вмешивается, спасая /ситуацию/; eingreifen – вмешиваться, принимать решительные меры; retten – спасать). „Wir können doch nicht ewig auf dem Treppenflur stehen bleiben (мы же не можем вечно оставаться стоять на лесничной клетке; die Treppe – лестница; der Flur – коридор, передняя; лестничная площадка)!“

„Bitt’ schön!“ Resi reißt die Tür auf (пожалуйста/прошу вас! – Рези распахивает дверь; aufreißen; reißen – рвать).

„Momenterl (минуточку /южно-нем./)!“ sagt der Herr Kapellmeister gemächlich (спокойно/неторопливо говорит господин капельмейстер; das Gemach – большая парадная комната, покой /устар./). „Ich muss erst einmal in die andere Wohnung (мне нужно сперва в другую квартиру)!“

Alle außer ihm erstarren (все, кроме него, застывают = оцепенели; starr – неподвижный, оцепеневший). Schon am Hochzeitstag will er wieder ins Atelier am Ring (в день свадьбы он уже опять хочет в ателье на кольце)? (Nein, die Resi erstarrt ganz und gar nicht (нет, Рези вовсе не застывает; ganz – весь, целый; совершенно; gar – совсем, совершенно, всецело)! Sie lacht vielmehr lautlos in sich hinein (скорее, смеется тихонько: «беззвучно» про себя: «в себя внутрь»)!)

Frau Palfy greift rettend ein. „Wir können doch nicht ewig auf dem Treppenflur stehen bleiben!“

„Bitt’ schön!“ Resi reißt die Tür auf.

„Momenterl!“ sagt der Herr Kapellmeister gemächlich. „Ich muss erst einmal in die andere Wohnung!“

Alle außer ihm erstarren. Schon am Hochzeitstag will er wieder ins Atelier am Ring? (Nein, die Resi erstarrt ganz und gar nicht! Sie lacht vielmehr lautlos in sich hinein!)

Herr Palfy geht zu Herrn Gabeles Wohnungstür (господин Палфи идет к двери квартиры господина Габеле), zückt einen Schlüssel (выхватывает ключ /из кармана/; zücken – выхватывать, обнажать /меч/) und schließt in aller Seelenruhe auf (и спокойно: «в полном душевном покое» отпирает /ее/; aufschließen)!

Lottchen rennt zu ihm (Лоттхен подбегает к нему; rennen – бежать). An der Tür ist ein neues Schild angebracht (к двери прибита/приделана новая надпись; das Schild – вывеска, табличка; anbringen – приделывать, прикреплять), und auf dem neuen Schild steht deutlich zu lesen (и на этой новой вывеске/табличке отчетливо написано: «стоит, чтобы отчетливо прочитать»): “Palfy”!

„O Vati!“ ruft sie überglücklich (о, папа! – восклицает она вне себя от радости: «сверхсчастливо»).

Da steht auch schon Luise neben ihr (тут уже и Луиза стоит рядом с нею), liest das Schild (читает надпись), kriegt die Schwester am Kragen (хватает сестру за воротник; kriegen – получать; der Kragen) und beginnt, mit ihr eine Art Veitstanz aufzuführen (и начинает исполнять с ней что-то вроде танца святого Вита = беситься от радости; die Art – вид; способ, манера). Das alte Stiegenhaus wackelt in allen Fugen (старая лестничная клетка качается/шатается во всех сцеплениях = трещит по швам; die Fuge – зазор, стык, паз, шов; fügen – связывать, соединять, пригонять).

Herr Palfy geht zu Herrn Gabeles Wohnungstür, zückt einen Schlüssel und schließt in aller Seelenruhe auf!

Lottchen rennt zu ihm. An der Tür ist ein neues Schild angebracht, und auf dem neuen Schild steht deutlich zu lesen: “Palfy”!

„O Vati!“ ruft sie überglücklich.

Da steht auch schon Luise neben ihr, liest das Schild, kriegt die Schwester am Kragen und beginnt, mit ihr eine Art Veitstanz aufzuführen. Das alte Stiegenhaus wackelt in allen Fugen.

„Nun ist’s genug (ну, довольно: «теперь хватит»)!“ ruft schließlich der Herr Kapellmeister (в конце концов восклицает господин капельмейстер; schließlich – наконец; в конце концов; в заключение; schließen – запирать, закрывать). „Ihr schert euch jetzt mit der Resi in die Küche und helft ihr (отправляйтесь сейчас же с Рези на кухню и помогите ей; scheren – убираться, проваливать /разг./)!" Er schaut auf die Uhr (он глядит на часы). „Ich zeig der Mutti inzwischen meine Wohnung (я, между тем, покажу маме мою новую квартиру). Und in einer halben Stunde wird gegessen (и через полчаса мы поедим: «будет есться»; essen). Wenn’s soweit ist, klingelt ihr (когда будет готово: «когда это так далеко будет», позвоните)!“ Er nimmt die junge Frau an der Hand (он берет молодую женщину за руку; nehmen).

An der gegenüberliegenden Tür macht Luise einen Knicks und sagt (у противоположной двери Луиза делает книксен и говорит; gegenüber – напротив; liegen – лежать, располагаться): „Auf gute Nachbarschaft (за хорошее соседство = /желаю/ хорошего соседства), Herr Kapellmeister!“

„Nun ist’s genug!“ ruft schließlich der Herr Kapellmeister. „Ihr schert euch jetzt mit der Resi in die Küche und helft ihr!“ Er schaut auf die Uhr. „Ich zeig der Mutti inzwischen meine Wohnung. Und in einer halben Stunde wird gegessen. Wenn’s soweit ist, klingelt ihr!“ Er nimmt die junge Frau an der Hand.

An der gegenüberliegenden Tür macht Luise einen Knicks und sagt: „Auf gute Nachbarschaft, Herr Kapellmeister!“

Die junge Frau legt Hut und Mantel ab (молодая женщина снимает шляпу и пальто; ablegen – снимать /о верхней одежде и головных уборах/; der Hut; der Mantel). „Was für eine Überraschung (какой сюрприз; überraschen – удивлять, поражать)!“ meint sie leise (тихо говорит/произносит она).

„Eine angenehme Überraschung?“ fragt er (приятный сюрприз? – спрашивает он).

Sie nickt (она кивает).

„Es war schon lange Lottchens Wunsch (это уже давно было желанием Лоттхен; der Wunsch; wünschen – желать), bevor’s auch der meinige wurde (прежде чем это стало и моим /желанием/; werden – становиться)“, erzählt er zögernd (помедлив рассказывает он; zögern – медлить; не решаться, колебаться). „Gabele hat den Feldzugsplan bis ins kleinste ausgearbeitet (Габеле до малейших деталей разработал план военной компании; der Feldzug – поход, компания /воен./) und die Schlacht der Möbelwagen eingeleitet (и инициировал: «ввел/провел» битву машин для перевозки мебели; einleiten – начинать; принимать меры; предпринимать шаги; leiten – вести, направлять)."

„Deswegen also mussten wir erst noch in die Schule (и поэтому мы должны были сначала еще /поехать/ в школу)?“

„Ja. Der Transport des Flügels hielt den Kampf der Möbeltitanen etwas auf (перевозка/транспортировка рояля несколько задержала бой мебельных титанов; der Flügel – крыло /птицы/ /от fliegen – летать/; крыло /здания/, флигель; /концертный/ рояль; aufhalten; der Transport).“

Die junge Frau legt Hut und Mantel ab. „Was für eine Überraschung!“ meint sie leise.

„Eine angenehme Überraschung?“ fragt er.

Sie nickt.

„Es war schon lange Lottchens Wunsch, bevor’s auch der meinige wurde“, erzählt er zögernd. „Gabele hat den Feldzugsplan bis ins kleinste ausgearbeitet und die Schlacht der Möbelwagen eingeleitet.“

„Deswegen also mussten wir erst noch in die Schule?“

„Ja. Der Transport des Flügels hielt den Kampf der Möbeltitanen etwas auf.“

Sie treten ins Arbeitszimmer (они заходят в рабочую комнату = кабинет). Auf dem Flügel steht die aus dem Schreibtischschubfach auferstandene Fotografie einer jungen Frau (на рояле стоит воскресшая из ящика письменного стола фотография молодой женщины; auferstehen – воскресать; возрождаться; der Schreibtisch – письменный стол; das Fach) aus einer vergangenen (из прошлого/прошедшего), unvergessenen Zeit (незабвенного времени; unvergessen – незабытый, незабвенный; vergessen – забывать). Er legt den Arm um sie (он обнимает ее: «кладет руку вокруг нее»). „Im dritten Stock links werden wir zu viert glücklich sein (на третьем этаже слева мы будем счастливы вчетвером; der Stock), und im dritten Stockwerk rechts ich allein (а на третьем этаже справа – я один; das Stockwerk), aber mit euch Wand an Wand (но стена к стене /рядом/ с вами; die Wand).“

Sie treten ins Arbeitszimmer. Auf dem Flügel steht die aus dem Schreibtischschubfach auferstandene Fotografie einer jungen Frau aus einer vergangenen, unvergessenen Zeit. Er legt den Arm um sie. „Im dritten Stock links werden wir zu viert glücklich sein, und im dritten Stockwerk rechts ich allein, aber mit euch Wand an Wand.“

„So viel Glück (так много счастья = как я счастлива)!“ Sie schmiegt sich an ihn (она прижимается = прильнула к нему).

„Jedenfalls mehr, als wir verdienen (во всяком случае больше, чем мы заслуживаем; jedenfalls – во всяком случае; jeder – каждый; der Fall – случай)“, sagt er ernst (серьезно говорит он).

„Aber nicht mehr, als wir ertragen können (но не больше, чем мы можем вынести; ertragen – вынести, вытерпеть; tragen – нести)."

„Ich hätte nie geglaubt, dass es das gibt (я бы никогда не подумал, что такое бывает/случается; glauben – верить; думать, полагать; es gibt – есть, бывает, существует, имеется)!“

„Was (что)?“

„Dass man verlorenes Glück nachholen kann (что утраченное счастье можно наверстать: «догнать»; verlieren – терять) wie eine versäumte Schulstunde (как пропущенный урок; versäumen – пропускать, прогуливать /занятия/; упустить)."

Er deutet auf ein Bild an der Wand (он указывает на /висящий/ на стене портрет). Aus dem Rahmen schaut, von Gabele gezeichnet, ein kleines, ernstes Kindergesicht auf die Eltern herab (из рамы на родителей /сверху/ вниз смотрит маленькое серьезное детское лицо, нарисованное Габеле; der Rahmen; herabschauen; herab – вниз; schauen – смотреть; zeichnen – рисовать /карандашом/). „Jede Sekunde unseres neuen Glücks“, sagt er (каждой секундой нашего счастья; die Sekunde), „verdanken wir unseren Kindern (мы обязаны нашим детям; jemandem etwas verdanken – быть обязанным кому-либо чем-либо; danken – благодарить).“

„So viel Glück!“ Sie schmiegt sich an ihn.

„Jedenfalls mehr, als wir verdienen“, sagt er ernst.

„Aber nicht mehr, als wir ertragen können.“

„Ich hätte nie geglaubt, dass es das gibt!“

„Was?“

„Dass man verlorenes Glück nachholen kann wie eine versäumte Schulstunde.“

Er deutet auf ein Bild an der Wand. Aus dem Rahmen schaut, von Gabele gezeichnet, ein kleines, ernstes Kindergesicht auf die Eltern herab. „Jede Sekunde unseres neuen Glücks“, sagt er, „verdanken wir unseren Kindern.“

Luise steht, mit einer Küchenschürze geschmückt, auf einem Stuhl (Луиза стоит на стуле наряженная: «украшенная» в кухонный фартук) und heftet mit Reißzwecken die Titelseite der Münchner Illustrierten an die Wand (и прикрепляет кнопками к стене титульный лист Мюнхенского Иллюстрированного; die Reißzwecke; reißen – рвать, вырывать; die Zwecke – гвоздик, кнопка).

„Schön“, sagt Resi andächtig (красиво, – благоговейно говорит Рези; die Andacht – благоговение).

Lottchen, gleichfalls in einer Küchenschürze (Лоттхен, тоже в переднике; gleichfalls – точно так же; gleich – одинаковый; der Fall – случай), werkelt eifrig am Herd (усердно колдует/возится у плиты; werken – работать, мастерить; werkeln – поделывать, возиться с чем-то /непрофессионально/; der Herd).

Resi tupft sich eine Träne aus dem Augenwinkel (вытирает: «промокает» /кончиком платка или фартука/ слезу из уголка глаза; der Winkel – угол), schnüffelt leise und fragt dann (тихо сопит носом и затем спрашивает; schnüffeln – нюхать, обнюхивать, вынюхивать), noch immer vor der Fotografie stehend (все еще стоя перед фотографией; die Fotografie): „Welche von euch beiden ist denn nun eigentlich welche (которая же из вас обеих тут, собственно, которая = кто здесь кто)?“

Die kleinen Mädchen schauen einander betroffen an (маленькие девочки смущенно глядят друг на друга; betroffen – смущенный, пораженный; betreffen – поражать; задевать, затрагивать).

Luise steht, mit einer Küchenschürze geschmückt, auf einem Stuhl und heftet mit Reißzwecken die Titelseite der Münchner Illustrierten an die Wand.

„Schön“, sagt Resi andächtig.

Lottchen, gleichfalls in einer Küchenschürze, werkelt eifrig am Herd.

Resi tupft sich eine Träne aus dem Augenwinkel, schnüffelt leise und fragt dann, noch immer vor der Fotografie stehend: „Welche von euch beiden ist denn nun eigentlich welche?“

Die kleinen Mädchen schauen einander betroffen an.

Dann starren sie auf die angezweckte Fotografie (затем они смотрят, уставившись, на прикрепленную фотографию). Dann blicken sie erneut einander an (затем снова глядят друг на друга).

„Also ...“, sagt Lottchen unschlüssig (итак… – нерешительно говорит Лоттхен).

„Ich saß, als uns der Herr Eipeldauer knipste, glaub ich, links (я сидела, когда господин Айпельдауер нас фотографировал, как мне кажется, слева; sitzen – сидеть; knipsen – щелкать, снимать, фотографировать)“, meint Luise nachdenklich (задумчиво говорит Луиза).

Lotte schüttelt zaudernd den Kopf (Лотта неуверенно трясет головой; zaudern – медлить, колебаться, не решаться). „Nein, ich saß links (нет, я сидела слева). Oder (или /нет/)?“

Die zwei recken die Hälse zu ihrem Konterfei empor (обе вытягивают шеи вверх к своему изображению; emporrecken – вытягивать вверх; empor – вверх, кверху; das Konterféi – изображение, портрет /устар., здесь – шутливо/; от франц. contrefait – скопированный, изображенный).

Dann starren sie auf die angezweckte Fotografie. Dann blicken sie erneut einander an.

„Also ...“, sagt Lottchen unschlüssig.

„Ich saß, als uns der Herr Eipeldauer knipste, glaub ich, links“, meint Luise nachdenklich.

Lotte schüttelt zaudernd den Kopf. „Nein, ich saß links. Oder?“

Die zwei recken die Hälse zu ihrem Konterfei empor.

„Ja, wenn ihr’s selber nicht wisst, welche welche ist (да, если уж вы сами не знаете, которая какая)!“ schreit die Resi außer sich (вне себя восклицает Рези) und beginnt zu lachen (и начинает смеяться = разражается смехом).

„Nein, wir wissen’s wirklich selber nicht (нет, мы действительно сами не знаем)!“ ruft Luise begeistert (восторженно восклицает Луиза). Und nun lachen alle drei (и тут уж все трое смеются /так/), dass ihr Gelächter bis in die Nebenwohnung hinüberdringt (что их смех/хохот проникает в соседнюю квартиру; das Gelächter; lachen – смеяться; dringen – проникать).

Dort drüben fragt die Frau (там, с той стороны, женщина спрашивает), fast erschrocken (почти испуганно; erschrecken – пугаться): „Wirst du denn bei solchem Lärm arbeiten können (а ты сможешь работать при таком шуме; denn – же; что же; der Lärm)?“

„Ja, wenn ihr’s selber nicht wisst, welche welche ist!“ schreit die Resi außer sich und beginnt zu lachen.

„Nein, wir wissen’s wirklich selber nicht!“ ruft Luise begeistert. Und nun lachen alle drei, dass ihr Gelächter bis in die Nebenwohnung hinüberdringt.

Dort drüben fragt die Frau, fast erschrocken: „Wirst du denn bei solchem Lärm arbeiten können?“

Er geht an den Flügel und sagt (он подходит к роялю и говорит), während er den Deckel öffnet (открывая крышку; während – в то время как): „Nur bei solchem Lärm (только при таком шуме)!“ Und indes nebenan das Gelächter einschläft (и в то время как/между тем как смех по соседству затихает: «засыпает»; einschlafen), spielt er seiner Frau aus der Kinderoper das Duett in Es-Dur vor (он играет/исполняет своей жене из детской оперы дуэт в ми бемоль мажоре; vorspielen), das bis in die Küche der Nachbarwohnung dringt (который = звуки которого проникают на кухню соседней квартиры). Die drei hantieren so leise wie möglich (все трое хлопочут/возятся так тихо, как только возможно), um sich auch ja keinen Ton entgehen zu lassen (чтобы не упустить ни одного звука: «не дать ускользнуть ни одному звуку»; entgehen – ускользать).

Er geht an den Flügel und sagt, während er den Deckel öffnet: „Nur bei solchem Lärm!“ Und indes nebenan das Gelächter einschläft, spielt er seiner Frau aus der Kinderoper das Duett in Es-Dur vor, das bis in die Küche der Nachbarwohnung dringt. Die drei hantieren so leise wie möglich, um sich auch ja keinen Ton entgehen zu lassen.

Als das Lied verklungen ist (когда песня отзвучала; verklingen; klingen – звучать), fragt Lottchen verlegen (Лоттхен смущенно спрашивает):

„Wie ist das eigentlich, Resi (собственно говоря, Рези: «как есть это собственно»)? Wo nun Vati und Mutti wieder mit uns zusammen sind (теперь: «где», когда папа и мама снова вместе с нами), können Luise und ich doch noch Geschwister bekommen (у нас с Луизой еще могут быть братья и сестры: «можем Луиза и я ведь еще братьев и сестер получить»)?“

„Ja freilich (ну конечно)!“ erklärt Resi zuversichtlich (уверенно заявляет Рези; erklären – объяснять; заявлять, объявлять; die Zuversicht – уверенность, глубокое убеждение). „Wollt ihr denn welche haben (вы хотите их иметь; welche – которые; заменяет существительное во множ. числе во избежание повтора)?“

„Natürlich“, meint Luise energisch (конечно, – энергично отвечает Луиза).

„Buben oder Mädel (мальчиков или девочек; der Bube; das Mädel /южно-нем./ = das Mädchen)?“ erkundigt sich Resi (осведомляется/интересуется Рези; die Kunde – известие, весть) angelegentlich (входя в детали/настоятельно; die Angelegenheit – дело, вопрос).

„Buben und Mädel!“ sagt Lotte (и мальчиков, и девочек! – говорит Лотта).

Luise aber ruft aus Herzensgrund (Луиза же восклицает от всей души: «из глубины сердца»; der Grund): „Und lauter Zwillinge (и сплошных близнецов = и только чтобы все они были близнецы)!“

Als das Lied verklungen ist, fragt Lottchen verlegen:

„Wie ist das eigentlich, Resi? Wo nun Vati und Mutti wieder mit uns zusammen sind, können Luise und ich doch noch Geschwister bekommen?“

„Ja freilich!“ erklärt Resi zuversichtlich. „Wollt ihr denn welche haben?“

„Natürlich“, meint Luise energisch.

„Buben oder Mädel?“ erkundigt sich Resi angelegentlich.

„Buben und Mädel!“ sagt Lotte.

Luise aber ruft aus Herzensgrund: „Und lauter Zwillinge!