Глава девятая

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Herrn Eipeldauers Fotos stiften Verwirrung (фотографии господина Айпельдауэра приводят /всех/ в замешательство; stiften – учредить, основать; делать, творить; die Verwirrung – путаница, замешательство; смущение; verwirren – спутывать, запутывать; смущать, сбивать с толку) – Ja, ist es denn überhaupt Lotte (да, а это, вообще-то, Лотта)? – Fräulein Linnekogel wird ins Vertrauen gezogen (фройляйн Линнекогель открывают тайну: «фройляйн Линнекогель становится втянута в доверие»; das Vertrauen – доверие; vertrauen – доверять; ziehen – тянуть, тащить) – Verbrannte Schweinsripperl und zerbrochenes Geschirr (подгоревшие свиные ребрышки и разбитая посуда; verbrennen – сжигать; brennen – гореть; das Schwein – свинья; die Rippe – ребро; zerbrechen) – Luise beichtet fast alles (Луиза признается/исповедуется почти во всем) – Warum antwortet Lotte nicht mehr (почему Лотта больше не отвечает)?

Der Chefredakteur der Münchner Illustrierten, Doktor Bernau (главный редактор мюнхенского иллюстрированного журнала, доктор Бернау), stöhnt auf (застонал; aufstöhnen – застонать; stöhnen – стонать). „Sauregurkenzeit (мертвый сезон; sauer – кислый; die Gurke – огурец; saure Gurken – соленые огурцы; die Sauregurkenzeit , Saurengurkenzeit – мертвый сезон, летнее затишье /в политической деятельности/: «время соленых огурцов»), meine Liebe (моя дорогая)! Wo sollen wir ein aktuelles Titelbild hernehmen (откуда нам взять актуальную титульную фотографию /на первую страницу/; der Titel – заголовок, заглавие) und nicht stehlen (и не украсть)?“

Frau Körner, die an seinem Schreibtisch steht, sagt (фрау Кернер, которая стоит у его письменного стола, говорит): „Neopress hat Fotos von der neuen Meisterin im Brustschwimmen geschickt (Неопресс прислал фотографии новой чемпионки по плаванью в стиле брасс; die Brust – грудь; das Schwimmen; schwimmen – плавать).“

„Ist sie hübsch (она красивая)?“

Die junge Frau lächelt (молодая женщина улыбается). „Fürs Schwimmen reicht es (для плавания достаточно/хватает; reichen – протягивать; хватать, быть достаточным).“

Der Chefredakteur der Münchner Illustrierten, Doktor Bernau, stöhnt auf. „Sauregurkenzeit, meine Liebe! Wo sollen wir ein aktuelles Titelbild hernehmen und nicht stehlen?“

Frau Körner, die an seinem Schreibtisch steht, sagt: „Neopress hat Fotos von der neuen Meisterin im Brustschwimmen geschickt.“

„Ist sie hübsch?“

Die junge Frau lächelt. „Fürs Schwimmen reicht es.“

Doktor Bernau winkt entmutigt ab (доктор Бернау безнадежно отмахивается; der Mut – мужество; entmutigen – лишать мужества, приводить в уныние; обескураживать; abwinken – отмахнуться; winken – махать). Dann kramt er auf dem Tisch (затем он копается на столе). „Ich hab doch da neulich von irgend so’nem ulkigen (я же недавно от некоего одного такого забавного/потешного; so’nem = so einem) Dorflichtbildkünstler (деревенского фотографа; das Dorf – деревня; das Bild – картинка, изображение, фото; der Künstler – художник) Fotos geschickt gekriegt (получил фотографии: «получил посланными»; schicken – посылать)! Zwillinge waren darauf (на них были близнецы)!“ Er wühlt zwischen Aktendeckeln und Zeitungen (он копается/роется между обложками папок и газетами; der Deckel – крышка; die Zeitung). „Paar reizende kleine Mädels (пара прелестных/очаровательных маленьких девчушек; das Mädel – девушка)! Zum Schießen ähnlich (убийственно похожи: «для застреливания = застрелиться как похожи»; schießen – стрелять)! He, wo seid ihr denn (хе, где же вы), ihr kleinen Frauenzimmer (вы, маленькие девчонки; das Frauenzimmer – женщина, баба)? So etwas gefällt dem Publikum immer (такое публике всегда нравится; das Publikum). Eine gefällige Unterschrift dazu (/и/ привлекательную подпись к этому). Wenn schon nichts Aktuelles (если уж ничего актуального), dann eben ein Paar hübsche Zwillinge (тогда хотя бы пару хорошеньких близнецов; eben – как раз)! Na endlich (ну, наконец-то)!“ Er hat das Kuvert mit den Fotos entdeckt (он нашел: «обнаружил» конверт с фотографиями; das Kuvért), schaut die Bilder an und nickt beifällig (смотрит на изображения и одобрительно кивает; anschauen; der Beifall – одобрение; аплодисменты). „Wird gemacht (будет сделано), Frau Körner!“ Er reicht ihr die Fotos (он протягивает ей фото).

Doktor Bernau winkt entmutigt ab. Dann kramt er auf dem Tisch. „Ich hab doch da neulich von irgend so’nem ulkigen Dorflichtbildkünstler Fotos geschickt gekriegt! Zwillinge waren darauf!“ Er wühlt zwischen Aktendeckeln und Zeitungen. „Paar reizende kleine Mädels! Zum Schießen ähnlich! He, wo seid ihr denn, ihr kleinen Frauenzimmer? So etwas gefällt dem Publikum immer. Eine gefällige Unterschrift dazu. Wenn schon nichts Aktuelles, dann eben ein Paar hübsche Zwillinge! Na endlich!“ Er hat das Kuvert mit den Fotos entdeckt, schaut die Bilder an und nickt beifällig. „Wird gemacht, Frau Körner!“ Er reicht ihr die Fotos.

Nach einiger Zeit blickt er schließlich hoch (некоторое время спустя он наконец поднимает глаза; hoch – высоко; blicken – глядеть), weil seine Mitarbeiterin nichts sagt (так как его сотрудница молчит: «ничего не говорит»). „Nanu!“ ruft er (ну же! – восклицает он). „Körner! Sie stehen ja da wie Lots Weib als Salzsäule (вы стоите прямо как жена Лота в виде соляного столпа; das Weib – женщина, баба; die Säule – колонна, столб)! Aufwachen (проснитесь: «проснуться»; wachen – бодрствовать; wach – бодрствующий)! Oder ist Ihnen schlecht geworden (или вам стало плохо; werden – становиться)?“

„Ein bisschen, Herr Doktor (немножко, господин доктор)!“ Ihre Stimme schwankt (ее голос дрожит: «колеблется»; schwanken – качаться, шататься; колебаться). „Es geht schon wieder (мне уже лучше: «уже снова идет»).“ Sie starrt auf die Fotos (она уставилась/ неподвижно смотрит на фотографии). Sie liest den Absender (она читает, кто отправитель; senden – посылать; absenden – отсылать). „Josef Eipeldauer, Photograph, Seebühl am Bühlsee.“

In ihrem Kopf dreht sich alles (в ее голове все перемешалось: «все вертится/крутится»).

Nach einiger Zeit blickt er schließlich hoch, weil seine Mitarbeiterin nichts sagt. „Nanu!“ ruft er. „Körner! Sie stehen ja da wie Lots Weib als Salzsäule! Aufwachen! Oder ist Ihnen schlecht geworden?“

„Ein bisschen, Herr Doktor!“ Ihre Stimme schwankt. „Es geht schon wieder.“ Sie starrt auf die Fotos. Sie liest den Absender. „Josef Eipeldauer, Photograph, Seebühl am Bühlsee.“

In ihrem Kopf dreht sich alles.

„Suchen Sie das geeignetste Bild aus (выберите самую подходящую фотографию; aussuchen – подыскивать, выбирать; suchen – искать; sich eignen – подходить, годиться; eigen – свойственный, присущий), und dichten Sie eine Unterschrift (и сочините /такую/ подпись; unterschreiben – подписывать), dass unseren Lesern das Herz im Leibe lacht (чтобы у наших читателей сердце порадовалось: «сердце в теле посмеялось»; der Leib)! Sie können das ja erstklassig (вы ведь умеете /делать/ это первоклассно)!“

„Vielleicht sollten wir sie doch nicht bringen (может быть, нам все же не следует их помещать; bringen – приносить)“, hört sie sich sagen (слышит она себя говорящей /эти слова/).

„Und warum nicht, hochgeschätzte Kollegin (и почему нет, высокоуважаемая коллега; hoch – высоко; schätzen – ценить)?“

„Ich halte die Aufnahmen nicht für echt (я считаю снимки неподлинными: die Aufnahme; aufnehmen – снимать, фотографировать).“

„Suchen Sie das geeignetste Bild aus, und dichten Sie eine Unterschrift, dass unseren Lesern das Herz im Leibe lacht! Sie können das ja erstklassig!“

„Vielleicht sollten wir sie doch nicht bringen“, hört sie sich sagen.

„Und warum nicht, hochgeschätzte Kollegin?“

„Ich halte die Aufnahmen nicht für echt.“

„Zusammenkopiert, was (фотомонтаж, что ли; zusammen – вместе; kopieren – копировать)?“ Doktor Bernau lacht (доктор Бернау смеется). „Da tun Sie dem Herrn Eipeldauer entschieden zu viel Ehre an (тут вы оказываете решительно слишком много чести господину Айпельдауэру; die Ehre; antun – причинять, доставлять; entscheiden – решать). So raffiniert ist der nicht (не такой уж он утонченный/изощренный)! Also, rasch ans Werk (итак, быстро за дело), liebwerte Dame (милая дама)! Die Unterschrift hat bis morgen Zeit (подпись имеет время = подождет до завтра). Ich kriege den Text noch zu Gesicht (я еще просмотрю текст: «я получу текст еще к лицу»), bevor Sie ihn in Satz geben (прежде чем вы его отдадите в набор; der Satz – предложение; тезис; набор).“ Er nickt und beugt sich über neue Arbeit (он кивает и склоняется над новой работой).

Sie tastet sich hinüber in ihr Zimmer (она на ощупь добирается до своего кабинета; tasten – ощупывать, искать ощупью), sinkt in ihren Sessel (опускается в свое кресло), legt die Fotos vor sich hin (кладет перед собой фотографии) und presst die Hände an die Schläfen (и прижимает = прикладывает руки к вискам; die Schläfe).

„Zusammenkopiert, was?“ Doktor Bernau lacht. „Da tun Sie dem Herrn Eipeldauer entschieden zu viel Ehre an. So raffiniert ist der nicht! Also, rasch ans Werk, liebwerte Dame! Die Unterschrift hat bis morgen Zeit. Ich kriege den Text noch zu Gesicht, bevor Sie ihn in Satz geben.“ Er nickt und beugt sich über neue Arbeit.

Sie tastet sich hinüber in ihr Zimmer, sinkt in ihren Sessel, legt die Fotos vor sich hin und presst die Hände an die Schläfen.

Die Gedanken fahren in ihrem Kopfe Karussell (мысли каруселью проносятся в ее голове; das Karusséll). Ihre beiden Kinder (ее оба ребенка)! Das Kinderheim (детский лагерь: «детский дом /отдыха/»)! Die Ferien (каникулы)! Natürlich (конечно)! Aber, warum hat Lottchen nichts davon erzählt (но почему Лоттхен об этом ничего не рассказала)? Warum hat Lottchen die Bilder nicht mitgebracht (почему Лоттхен не привезла с собой фотографии; mitbringen)? Denn als sich die zwei fotografieren ließen (ведь когда они вдвоем фотографировались; sich fotografieren lassen – сфотографироваться: «дать себя сфотографировать») taten sie’s doch nicht ohne Absicht (они ведь делали это не случайно: «не без намерения»; die Absicht – намерение, умысел). Sie werden entdeckt haben (они, видимо, обнаружили), dass sie Geschwister sind (что они сестры; die Geschwister – братья и сестры; брат и сестра; сестры; братья)! Und dann haben sie sich vorgenommen (и затем они спланировали/решили; sich vornehmen), nichts darüber zu sagen (ничего не говорить об этом). Es lässt sich verstehen (это можно понять: «дает/позволяет себя понять»), ja, freilich (да, конечно). Mein Gott (Боже мой), wie sie einander gleichen (как они друг на друга похожи)! Nicht einmal das vielgepriesene Mutterauge (даже хваленый материнский глаз не …; preisen – хвалить; nicht einmal… – даже не…) … Oh, ihr meine beiden, beiden, beiden Lieblinge (о, вы мои обе, обе любимые/дорогие)!

Die Gedanken fahren in ihrem Kopfe Karussell. Ihre beiden Kinder! Das Kinderheim! Die Ferien! Natürlich! Aber, warum hat Lottchen nichts davon erzählt? Warum hat Lottchen die Bilder nicht mitgebracht? Denn als sich die zwei fotografieren ließen, taten sie’s doch nicht ohne Absicht. Sie werden entdeckt haben, dass sie Geschwister sind! Und dann haben sie sich vorgenommen, nichts darüber zu sagen. Es lässt sich verstehen, ja, freilich. Mein Gott, wie sie einander gleichen! Nicht einmal das vielgepriesene Mutterauge … Oh, ihr meine beiden, beiden, beiden Lieblinge!

Wenn jetzt Doktor Bernau den Kopf durch die Tür steckte (если бы сейчас доктор Бернау просунул бы голову в дверь), sähe er in ein von Glück und Schmerz überwältigtes Gesicht (он увидел бы потрясенное счастьем и болью лицо; das Glück; der Schmerz; überwältigen – одолевать; потрясать /о зрелище/), über das Tränen strömen (по которому струятся/текут слезы; die Träne), Tränen, die das Herz ermatten (слезы, которые изнуряют сердце; matt – тусклый, матовый; вялый), als flösse das Leben selber aus den Augen (как будто бы сама жизнь вытекает из глаз; fließen).

Glücklicherweise (к счастью) steckt Doktor Bernau den Kopf nicht durch die Tür (доктор Бернау не просовывает голову в дверь).

Wenn jetzt Doktor Bernau den Kopf durch die Tür steckte, sähe er in ein von Glück und Schmerz überwältigtes Gesicht, über das Tränen strömen, Tränen, die das Herz ermatten, als flösse das Leben selber aus den Augen.

Glücklicherweise steckt Doktor Bernau den Kopf nicht durch die Tür.

Frau Körner ist bemüht, sich zusammenzureißen (фрау Кернер старается взять себя в руки). Gerade jetzt heißt es (как раз сейчас очень важно: «означает это»; heißen – называть; велеть; означать), den Kopf oben zu behalten (сохранять/держать голову на поверхности = не терять присутствия духа; oben – наверху)! Was soll geschehen (чему следует произойти)? Was wird, was muss geschehen (что будет, что должно случиться)? Ich werde mit Lottchen reden (я поговорю с Лоттхен)!

Eiskalt durchfährt es die Mutter (маму пронизывает ледяным холодом; das Eis – лед; kalt – холодный)! Ein Gedanke schüttelt wie eine unsichtbare Hand ihren Körper hin und her (одна мысль содрогает: «трясет», подобно невидимой руке, ее тело в разные стороны/туда-сюда; der Gedanke; sichtbar – видимый)!

Ist es denn Lotte, mit der sie sprechen will (а Лотта ли это, с которой она хочет поговорить)?

Frau Körner ist bemüht, sich zusammenzureißen. Gerade jetzt heißt es, den Kopf oben zu behalten! Was soll geschehen? Was wird, was muss geschehen? Ich werde mit Lottchen reden!

Eiskalt durchfährt es die Mutter! Ein Gedanke schüttelt wie eine unsichtbare Hand ihren Körper hin und her!

Ist es denn Lotte, mit der sie sprechen will?

Frau Körner hat Fräulein Linnekogel, die Lehrerin, in der Wohnung aufgesucht (фрау Кернер сходила домой к фройляйн Линнекогель, учительнице: «посетила в квартире»; aufsuchen – отыскивать; навещать).

„Das ist eine mehr als merkwürdige Frage (это более чем странный вопрос; merken – замечать, отмечать; würdig – достойный), die Sie an mich richten (с которым вы ко мне обращаетесь: «который вы ко мне обращаете»)“, sagt Fräulein Linnekogel. „Ob ich für möglich halte (считаю ли я возможным), dass Ihre Tochter nicht ihre Tochter, sondern ein anderes Mädchen ist (что ваша дочь является не вашей дочерью, а другой девочкой)? Erlauben Sie, aber (позвольте, но)…“

„Nein, ich bin nicht verrückt (нет, я не сумасшедшая; rücken – двигать, сдвигать)“, versichert Frau Körner und legt eine Fotografie auf den Tisch (уверяет/заверяет фрау Кернер и кладет на стол фотографию).

Fräulein Linnekogel schaut das Bild an (фройляйн Линнекогель смотрит на изображение; anschauen). Dann die Besucherin (затем на посетительницу; besuchen – посещать, навещать). Dann wieder das Bild (затем снова на фото).

Frau Körner hat Fräulein Linnekogel, die Lehrerin, in der Wohnung aufgesucht.

„Das ist eine mehr als merkwürdige Frage, die Sie an mich richten“, sagt Fräulein Linnekogel. „Ob ich für möglich halte, dass Ihre Tochter nicht ihre Tochter, sondern ein anderes Mädchen ist? Erlauben Sie, aber …“

„Nein, ich bin nicht verrückt“, versichert Frau Körner und legt eine Fotografie auf den Tisch.

Fräulein Linnekogel schaut das Bild an. Dann die Besucherin. Dann wieder das Bild.

„Ich habe zwei Töchter“, sagt die Besucherin leise (у меня две дочери, – тихо говорит гостья; die Tochter – дочь; die Töchter – дочери). „Die zweite lebt bei meinem geschiedenen Mann in Wien (вторая живет с моим бывшим: «разведенным» мужем в Вене; scheiden – разделять; разводить). Das Bild kam mir vor etlichen Stunden durch Zufall in die Hände (фотография попала мне в руки несколько часов назад случайно; etliche – некоторые; kommen – приходить, прибывать; der Zufall – случай, случайность). Ich wusste nicht (я не знала; wissen), dass sich die Kinder in den Ferien begegnet sind (что дети /случайно/ встретились на каникулах; sich begegnen – /случайно/ встретиться).“

„Ich habe zwei Töchter“, sagt die Besucherin leise. „Die zweite lebt bei meinem geschiedenen Mann in Wien. Das Bild kam mir vor etlichen Stunden durch Zufall in die Hände. Ich wusste nicht, dass sich die Kinder in den Ferien begegnet sind.“

Fräulein Linnekogel macht den Mund auf und zu (фройляйн Линнекогель открывает и закрывает рот; aufmachen; zumachen) wie ein Karpfen auf dem Ladentisch (как карп на прилавке; der Karpfen; der Ladentisch – прилавок; Laden – лавка, магазин; der Tisch – стол). Kopfschüttelnd schiebt sie die Fotografie von sich weg (качая головой, она отодвигает от себя фотографию; schütteln – качать, трясти; wegschieben – отодвигать; schieben – двигать), als hätte sie Angst (как будто боится; die Angst – страх; Angst haben – бояться: «иметь страх»), gebissen zu werden (что ее укусят: «/боится/ быть укушенной»; beißen – кусать). Endlich fragt sie (наконец она спрашивает): „Und die beiden haben bis dahin nichts voneinander gewusst (и обе до тех пор ничего друг о друге не знали; wissen)?“

Fräulein Linnekogel macht den Mund auf und zu wie ein Karpfen auf dem Ladentisch. Kopfschüttelnd schiebt sie die Fotografie von sich weg, als hätte sie Angst, gebissen zu werden. Endlich fragt sie: „Und die beiden haben bis dahin nichts voneinander gewusst?“

Die junge Frau schüttelt den Kopf (молодая женщина качает головой). „Nein (нет). Mein Mann und ich haben’s damals so vereinbart (мой муж и я = мы с мужем в то время так условились/договорились), weil wir es für das Beste hielten (потому что считали это наилучшим; halten – держать; считать).“

„Und auch Sie haben von dem Mann und Ihrem anderen Kind nie wieder gehört (и вы тоже никогда больше не слышали о муже и вашем другом ребенке; nie wieder – никогда больше: «никогда снова»)?“

„Nie (никогда).“

„Ob er wieder geheiratet hat (не женился ли он снова)?“

„Ich weiß es nicht (я этого не знаю). Ich glaube kaum (думаю, вряд ли/едва ли). Er meinte (он считал), er eigne sich nicht fürs Familienleben (что не годится/не подходит для семейной жизни).“

Die junge Frau schüttelt den Kopf. „Nein. Mein Mann und ich haben’s damals so vereinbart, weil wir es für das Beste hielten.“

„Und auch Sie haben von dem Mann und Ihrem anderen Kind nie wieder gehört?“

„Nie.“

„Ob er wieder geheiratet hat?“

„Ich weiß es nicht. Ich glaube kaum. Er meinte, er eigne sich nicht fürs Familienleben.“

„Eine höchst abenteuerliche Geschichte (в высшей степени авантюрная история)“, sagt die Lehrerin. „Sollten die Kinder wirklich auf die absurde Idee verfallen sein (могла ли детям действительно прийти в голову эта абсурдная идея: «должны ли бы дети действительно на эту абсурдную идею напасть»; verfallen – надумать, додуматься), einander auszutauschen (поменяться друг с другом /местами/: «друг друга подменить»; austauschen – обменивать, менять; заменять, сменять)? Wenn ich mir Lottchens charakteristische Wandlung vor Augen halte (когда я держу перед глазами = окидываю мысленным взором изменение характера Лоттхен), und dann die Schrift, Frau Körner, die Schrift (и потом, почерк, фрау Кернер, почерк)! Ich kann es kaum fassen (я едва могу это понять; fassen – хватать; вмещать; постигать)! – Aber es würde manches erklären (но это некоторые вещи: «некоторое» бы прояснило; erklären – объяснять; klar – ясный).“

Die Mutter nickt und schaut starr vor sich hin (мать кивает и смотрит перед собой неподвижным/застывшим взглядом; starr – неподвижный; застывший /на месте/).

„Eine höchst abenteuerliche Geschichte“, sagt die Lehrerin. „Sollten die Kinder wirklich auf die absurde Idee verfallen sein, einander auszutauschen? Wenn ich mir Lottchens charakteristische Wandlung vor Augen halte, und dann die Schrift, Frau Körner, die Schrift! Ich kann es kaum fassen! – Aber es würde manches erklären.“

Die Mutter nickt und schaut starr vor sich hin.

„Nehmen Sie mir meine Offenheit nicht übel (не обижайтесь на мою откровенность; übelnehmen; übel – плохо, дурно)“, meint Fräulein Linnevogel, „ich war nie verheiratet (я никогда не была замужем), ich bin Erzieherin und habe keine Kinder (я воспитательница и у меня нет детей; erziehen – воспитывать) – aber ich meine immer (но я всегда считаю): Die Frauen, die wirklichen, verheirateten (женщины, настоящие, замужние), nehmen ihre Männer zu wichtig (воспринимают своих мужей слишком всерьез/относятся к ним слишком серьезно)! Dabei ist nur eines wesentlich (а при этом только одно существенно; das Wesen – сущность, существо): das Glück der Kinder (счастье детей)!“

Frau Körner lächelt schmerzlich (фрау Кернер болезненно улыбается). „Glauben Sie, dass meine Kinder in einer langen, unglücklichen Ehe glücklicher geworden wären (вы думаете, что мои дети стали бы счастливее в долгом несчастливом браке; werden – становиться; glauben – верить; думать, полагать)?“

„Nehmen Sie mir meine Offenheit nicht übel“, meint Fräulein Linnevogel, „ich war nie verheiratet, ich bin Erzieherin und habe keine Kinder – aber ich meine immer: Die Frauen, die wirklichen, verheirateten, nehmen ihre Männer zu wichtig! Dabei ist nur eines wesentlich: das Glück der Kinder!“

Frau Körner lächelt schmerzlich. „Glauben Sie, dass meine Kinder in einer langen, unglücklichen Ehe glücklicher geworden wären?“

Fräulein Linnekogel sagt nachdenklich (фройляйн Линнекогель задумчиво говорит; nachdenken – размышлять, задуматься; denken – думать): „Ich mache Ihnen keinen Vorwurf (я вас не упрекаю: «не делаю вам упрека»; jemandem etwas vorwerfen – упрекать кого-либо в чем-либо). Sie sind noch heute sehr jung (вы сегодня еще очень молоды). Sie waren, als Sie heirateten, ein halbes Kind (когда вы выходили замуж, вы были еще наполовину ребенком: «половинным ребенком»). Sie werden Ihr Leben lang jünger sein (вы всю свою жизнь будете моложе), als ich jemals gewesen bin (чем я когда-либо была). Was für den einen richtig wäre (что было бы правильным для одного), kann für den anderen falsch sein (может для другого оказаться неверным).“

Der Besuch steht auf (гостья встает).

„Und was werden Sie tun (и что же вы собираетесь делать/предпринять)?“

„Wenn ich das wüsste (если бы я знала; wissen – знать; wusste – знала; wüsste – знала бы)!“ sagt die junge Frau (говорит молодая женщина).

Fräulein Linnekogel sagt nachdenklich: „Ich mache Ihnen keinen Vorwurf. Sie sind noch heute sehr jung. Sie waren, als Sie heirateten, ein halbes Kind. Sie werden Ihr Leben lang jünger sein, als ich jemals gewesen bin. Was für den einen richtig wäre, kann für den anderen falsch sein.“

Der Besuch steht auf.

„Und was werden Sie tun?“

„Wenn ich das wüsste!“ sagt die junge Frau.

Luise steht vor einem Münchner Postschalter (Луиза стоит перед окошечком почты в Мюнхене; der Schalter – окошечко /кассы, банка, почты/). „Nein“, sagt der Beamte für die postlagernden Sendungen (нет, – говорит служащий, отвечающий за посылки /писем/ до востребования; senden – посылать) bedauernd (с сожалением/сожалея; bedauern – сожалеть). „Nein, Fräulein Vergissmeinnicht, heut hätten wir wieder nix (нет, фройляйн Незабудка, сегодня у нас опять ничего нет: «мы снова ничего бы не имели»; nix = nichts – ничего).“

Luise blickt ihn unschlüssig an (Луиза растерянно/нерешительно смотрит на него). „Was kann das nur bedeuten (что же это может значить/означать)?“ murmelt sie bedrückt (удрученно бормочет она; drücken – давить, жать).

Luise steht vor einem Münchner Postschalter. „Nein“, sagt der Beamte für die postlagernden Sendungen bedauernd. „Nein, Fräulein Vergissmeinnicht, heut hätten wir wieder nix.“

Luise blickt ihn unschlüssig an. „Was kann das nur bedeuten?“ murmelt sie bedrückt.

Der Beamte versucht zu scherzen (служащий пытается шутить). „Vielleicht ist aus dem Vergissmeinnicht ein ‘Vergissmich’ geworden (может быть, Незабудка превратилась в «Забудку: Забудь-меня»; vergessen – забывать; mich – меня)?“

„Das ganz gewiss nicht (это совершенно точно нет)“, sagt sie in sich gekehrt (говорит она, погруженная: «повернутая» в себя). „Ich frag morgen wieder nach (утром я опять приду узнать; nachfragen – справляться, осведомляться).“

„Wenn ich darum bitten darf (как вам будет угодно: «если я могу/мне позволено об этом попросить»)“, erwidert er lächelnd (отвечает он улыбаясь; erwidern – отвечать /на реплику/).

Der Beamte versucht zu scherzen. „Vielleicht ist aus dem Vergissmeinnicht ein ‘Vergissmich’ geworden?“

„Das ganz gewiss nicht“, sagt sie in sich gekehrt. „Ich frag morgen wieder nach.“

„Wenn ich darum bitten darf“, erwidert er lächelnd.

Frau Körner kommt heim (фрау Кернер приходит домой). Brennende Neugier (жгучее любопытство; brennen – гореть; neu – новый; die Gier – жадность, алчность) und kalte Angst streiten in ihrem Herzen (и холодный страх спорят в ее сердце; das Herz), dass es ihr fast den Atem nimmt (так что у нее почти перехватывает дыхание: «это ей почти берет = отнимает дыхание»; nehmen).

Das Kind hantiert eifrig in der Küche (ребенок усердно возится/хлопочет на кухне; der Eifer – усердие, рвение). Topfdeckel klappern (стучат крышки кастрюль; der Topf – горшок; кастрюля; der Deckel – крышка; decken – покрывать). Im Tiegel schmort es (на сковороде/в кастрюле что-то тушится; der Tiegel – сковорода /с ручкой/; низкая кастрюля /с ручкой/).

„Heute riecht’s aber gut!“ sagt die Mutter (как же сегодня вкусно пахнет! – говорит мама). „Was gibt’s denn, hm (что же у нас там, а)?“

„Schweinsripperl (свиные отбивные: «ребрышки»; das Schwein – свинья; die Rippe – ребро) mit Sauerkraut (с кислой капустой; das Sauerkraut; sauer – кислый; das Kraut – трава /разнотравье/; капуста) und Salzkartoffeln (и отварным картофелем; das Salz – соль; die Kartoffel – картофелина)“, ruft die Tochter stolz (гордо восклицает дочь).

Frau Körner kommt heim. Brennende Neugier und kalte Angst streiten in ihrem Herzen, dass es ihr fast den Atem nimmt.

Das Kind hantiert eifrig in der Küche. Topfdeckel klappern. Im Tiegel schmort es.

„Heute riecht’s aber gut!“ sagt die Mutter. „Was gibt’s denn, hm?“

„Schweinsripperl mit Sauerkraut und Salzkartoffeln“, ruft die Tochter stolz.

„Wie schnell du das Kochen gelernt hast (как быстро ты научилась готовить)!“ sagt die Mutter, scheinbar ganz harmlos (говорит мама, как будто бы совершенно невинно/безобидно; scheinen – казаться; scheinbar – кажущийся, мнимый; видимо; der Harm – обида, печаль, скорбь).

„Nicht wahr (не правда ли)?“ antwortet die Kleine fröhlich (радостно отвечает малышка). „Ich hätt nie gedacht (никогда бы не подумала), dass ich (что я) …“ Sie bricht entsetzt ab (в ужасе замолкает: «прерывает /речь/»; das Entsetzen – ужас; entsetzt – объятый ужасом) und beißt sich auf die Lippen (и закусывает губу: «кусает себя в губы»; die Lippe). Jetzt nur die Mutter nicht ansehen (только не смотреть сейчас на маму)!

Diese lehnt sich an der Tür (мама: «эта» прислоняется к двери) und ist bleich (/она/ бледна). Bleich wie die Wand (бледна как стена).

Das Kind steht am offenen Küchenspind (ребенок стоит у открытого кухонного шкафчика; der/das Spind – узкий шкафчик /например в раздевалке/) und hebt Geschirr heraus (и вынимает посуду; heraus – наружу; heben – поднимать). Die Teller klappern wie bei einem Erdbeben (тарелки стучат, как при землетрясении; der Teller; das Erdbeben; die Erde – земля; beben – дрожать).

„Wie schnell du das Kochen gelernt hast!“ sagt die Mutter, scheinbar ganz harmlos.

„Nicht wahr?“ antwortet die Kleine fröhlich. „Ich hätt nie gedacht, dass ich …“ Sie bricht entsetzt ab und beißt sich auf die Lippen. Jetzt nur die Mutter nicht ansehen!

Diese lehnt sich an der Tür und ist bleich. Bleich wie die Wand.

Das Kind steht am offenen Küchenspind und hebt Geschirr heraus. Die Teller klappern wie bei einem Erdbeben.

Da öffnet die Mutter mühsam den Mund und sagt (тут мама с трудом открывает рот и говорит; die Mühe – труд, старания, усилия): „Luise!“

Krach (бабах)!

Die Teller liegen in Scherben auf dem Boden (тарелки лежат на полу, разбитые вдребезги: «в осколках»; die Scherbe – черепок, осколок; der Boden). Luise hat’s herumgerissen (Луиза их опрокинула: «сорвала»; reißen – рвать). Ihre Augen sind vor Schreck geweitet (е глаза от страха широко раскрыты/вытаращены; der Schreck – страх, ужас; weit – широкий, обширный; sich weiten – расширяться).

„Luise!“ wiederholt die Frau sanft (Луиза! – нежно/мягко повторяет женщина) und öffnet die Arme weit (и раскрывает обьятия: «открывает руки широко»; der Arm).

„Mutti (мама)!“

Das Kind hängt der Mutter wie eine Ertrinkende am Hals (ребенок повисает у мамы на шее, как утопающая; ertrinken – утонуть; der Hals – шея) und schluchzt leidenschaftlich (и рыдает во всю: «страстно»; die Leidenschaft – страсть; leiden – страдать).

Die Mutter sinkt in die Knie (мама опускается на колени; das Knie – колено) und streichelt Luise mit zitternden Händen (и дрожащими руками гладит Луизу; zittern – дрожать). „Mein Kind, mein liebes Kind (мое дитя, мое любимое дитя)!“

Da öffnet die Mutter mühsam den Mund und sagt: „Luise!“

Krach!

Die Teller liegen in Scherben auf dem Boden. Luise hat’s herumgerissen. Ihre Augen sind vor Schreck geweitet.

„Luise!“ wiederholt die Frau sanft und öffnet die Arme weit.

„Mutti!“

Das Kind hängt der Mutter wie eine Ertrinkende am Hals und schluchzt leidenschaftlich.

Die Mutter sinkt in die Knie und streichelt Luise mit zitternden Händen. „Mein Kind, mein liebes Kind!“

Sie knien zwischen zerbrochenen Tellern (они стоят на коленях посреди разбитых тарелок; zerbrechen – разбивать). Auf dem Herd verschmoren die Schweinsripperl (на плите перетушиваются свиные ребрышки). Es riecht nach angebranntem Fleisch (пахнет подгорелым мясом; brennen – гореть; anbrennen – пригорать, подгорать; das Fleisch). Wasser zischt aus den Töpfen in die Gasflammen (вода из кастрюль с шипением выливается на огонь /конфорок/; der Topf; zischen – шипеть; das Gas – газ; die Flamme – пламя, огонь).

Die Frau und das kleine Mädchen merken von alledem nichts (женщина и маленькая девочка ничего этого: «всего этого» не замечают). Sie sind, wie es manchmal heißt (они, как это иногда говорится/называется) und ganz selten vorkommt (и очень редко случается), nicht ‘von dieser Welt’ (не от мира сего).

Sie knien zwischen zerbrochenen Tellern. Auf dem Herd verschmoren die Schweinsripperl. Es riecht nach angebranntem Fleisch. Wasser zischt aus den Töpfen in die Gasflammen.

Die Frau und das kleine Mädchen merken von alledem nichts. Sie sind, wie es manchmal heißt und ganz selten vorkommt, nicht ‘von dieser Welt’.

Stunden sind vergangen (прошли часы; vergehen). Luise hat gebeichtet (Луиза исповедалась = во всем призналась). Und die Mutter hat die Absolution erteilt (а мама отпустила грехи: «дала отпущение грехов»). Es war eine lange, wortreiche Beichte (это была длинная, многословная исповедь; das Wort – слово; reich – богатый), und es war eine kurze, wortlose Freisprechung (и короткое, молчаливое: «бессловесное» отпущение = прощение; frei – свободный; freisprechen – оправдать: von einer Schuld freisprechen – признать невиновным) von allen begangenen Sünden (всех совершенных грехов; eine Sünde begehen – совершить грех) – ein Blick, ein Kuss, mehr war nicht nötig (один взгляд, один поцелуй – большего было не нужно; der Blick; blicken – смотреть; der Kuss; küssen – целовать).

Stunden sind vergangen. Luise hat gebeichtet. Und die Mutter hat die Absolution erteilt. Es war eine lange, wortreiche Beichte, und es war eine kurze, wortlose Freisprechung von allen begangenen Sünden – ein Blick, ein Kuss, mehr war nicht nötig.

Jetzt sitzen sie auf dem Sofa (сейчас они сидят на диване; das Sofa). Das Kind hat sich eng, ganz eng an die Mutter gekuschelt (ребенок тесно, очень тесно прижался к матери; an jemanden kuscheln – прильнуть, прижаться к кому-либо). Ach, ist das schön, endlich die Wahrheit gesagt zu haben (ах, как же это чудесно, наконец сказать правду)! So leicht ist einem zumute (так легко становится на душе), so federleicht (так невероятно легко: «легко как перышко»; die Feder – перо; federleicht – легкий как перышко)! Man muss sich an der Mutter festklammern (нужно крепко уцепиться за маму; sich an jemanden klammern – цепляться за кого-либо; die Klammer – скоба, зажим, прищепка), damit man nicht plötzlich davonfliegt (чтобы она вдруг не исчезла: «не улетела прочь»; fliegen – летать; davonfliegen – улетать)!

Jetzt sitzen sie auf dem Sofa. Das Kind hat sich eng, ganz eng an die Mutter gekuschelt. Ach, ist das schön, endlich die Wahrheit gesagt zu haben! So leicht ist einem zumute, so federleicht! Man muss sich an der Mutter festklammern, damit man nicht plötzlich davonfliegt!

„Ihr seid mir schon zwei raffinierte Frauenzimmer!“ meint die Mutter (вы у меня уже две хитрые девчонки; raffiniert – изысканный, утонченный; изощренный, коварный; das Frauenzimmer – женщина, баба).

Luise kichert vor lauter Stolz (Луиза хихикает от истинной: «сплошной» гордости; lauter – чистый; свободный от примесей; прозрачный). (Ein Geheimnis hat sie allerdings immer noch nicht preisgegeben (одной тайны она, конечно, все еще не выдала): dass es da in Wien (что там, в Вене), wie Lotte ängstlich geschrieben hat (как Лотта со страхом написала), neuerdings ein gewisses Fräulein Gerlach gibt (на сегодняшний день есть некая фройляйн Герлах; es gibt – есть, имеется, существует)!)

Die Mutter seufzt (мама вздыхает).

Luise schaut sie besorgt an (Луиза смотрит на нее озабоченно; die Sorge – забота).

„Ihr seid mir schon zwei raffinierte Frauenzimmer!“ meint die Mutter.

Luise kichert vor lauter Stolz. (Ein Geheimnis hat sie allerdings immer noch nicht preisgegeben: dass es da in Wien, wie Lotte ängstlich geschrieben hat, neuerdings ein gewisses Fräulein Gerlach gibt!)

Die Mutter seufzt.

Luise schaut sie besorgt an.

„Nun ja“, sagt die Mutter (ну вот/ну что ж, – говорит мама). „Ich denke darüber nach, was jetzt werden soll (я размышляю/раздумываю о том, что сейчас будет; nachdenken)! Können wir tun, als sei nichts geschehen (мы можем вести: «делать/поступать» себя так, как будто ничего не произошло; geschehen – происходить)?“

Luise schüttelt entschieden den Kopf (Луиза решительно качает/машет головой; entscheiden – решать). „Lottchen hat sicher großes Heimweh nach dir (Лоттхен наверняка/точно очень скучает по тебе; das Heinweh – тоска по дому; das Weh – боль, скорбь). Und du doch auch nach ihr, nicht wahr, Mutti (и ты ведь по ней тоже, не правда ли, мама)?“

Die Mutter nickt (мама кивает).

„Nun ja“, sagt die Mutter. „Ich denke darüber nach, was jetzt werden soll! Können wir tun, als sei nichts geschehen?“

Luise schüttelt entschieden den Kopf. „Lottchen hat sicher großes Heimweh nach dir. Und du doch auch nach ihr, nicht wahr, Mutti?“

Die Mutter nickt.

„Und ich ja auch“, gesteht das Kind (и я тоже, – признается ребенок). „Nach Lottchen und (по Лоттхен и по) …“

„Und deinem Vater, gelt (и по твоему папе, не так ли/не правда ли; gelten – быть действительным)?“

Luise nickt (Луиза кивает). Eifrig und schüchtern zugleich (ревностно и робко одновременно). „Und wenn ich bloß wüsste (и если бы я только знала), warum Lottchen nicht mehr schreibt (почему Лоттхен больше не пишет)?“

„Ja“, murmelt die Mutter (да, – бормочет мама). „Ich bin recht in Sorge (я очень волнуюсь: «действительно/по-настоящему в заботе»; die Sorge).“

„Und ich ja auch“, gesteht das Kind. „Nach Lottchen und …“

„Und deinem Vater, gelt?“

Luise nickt. Eifrig und schüchtern zugleich. „Und wenn ich bloß wüsste, warum Lottchen nicht mehr schreibt?“

„Ja“, murmelt die Mutter. „Ich bin recht in Sorge.“